Geld-Sparanlagen

Sparanlagen im Test: Produktinformationsblätter der Banken oft schlecht

Die Zeitschrift Finanztest hat Produktinformationsblätter zu Sparanlagen getestet. Das Ergebnis der Experten ist ernüchternd: Nur vier der insgesamt 34 getesteten Infoblätter waren im Test GUT. Drei fielen mit einem MANGELHAFT glatt durch. Hierzu zählten die Produktinformationsblätter zu Sparanlagen der Commerzbank und der Hypovereinsbank. Zu den Testsiegern zählten die Produktinformationen der ING-Diba, der Volkswagen Bank Direct sowie der Netbank.

Wie sollte ein gutes Produktinformationsblatt aussehen?

Seit dem 1. Juli 2011 sind Banken gesetzlich dazu verpflichtet, Geldanlage-Produkte wie Aktien, Anleihen und Zertifikate mit einem so genannten Produktinformationsblatt auszustatten. Auf diese Weise soll der Kunde mit wenigen Blicken erkennen können, wie riskant die Geldanlage ist – eine Lehre aus der Finanzkrise, so der fromme Wunsch des Gesetzgebers.

Für Zinsanlagen gibt es hingegen keine Pflicht zu Produktinformationsblättern. Erfreulicherweise erstellen viele Banken auch zu diesen Sparanlagen freiwillig Informationsblätter. Allerdings, so die Kritik der Stiftung Warentest, sollten auch freiwillige Produktinformationsblätter den Kunden gut informieren. Und das tun die getesteten Produktinformationen im Test in den meisten Fällen nicht.

Stiftung Warentest fordert Infopflicht auch zu Zinsanlagen

Obwohl der Gesetzgeber der Ansicht ist, dass klassische Sparanlagen einfach genug strukturiert sind, sodass sie ohne gesonderte Produktinformation auskommen, sind die Experten Stiftung Warentest anderer Meinung. Nach Ansicht der Tester gibt es auch bei Sparplänen und anderen Zinsanlagen viele Tücken und Fallstricke. So fehlten bei vielen Infoblättern grundsätzliche Informationen wie etwa der momentan gültige Zinssatz. Wenigstens auf den Internetseiten der Banken sollten diese aktuell gehalten werden, so eine Forderung der Stiftung Warentest. Auch die Gesamtrendite sollte auf den ersten Blick ersichtlich sein, doch leider dies zu oft nicht der Fall. Eine Risikoklasse wurde in fast keinem der untersuchten Fälle angegeben. Lediglich die Targobank versucht mittels einer Ampel, die Risikoeinstufung zu visualisieren. Doch diese empfanden die Tester für Normalanleger als zu kompliziert.

Die Stiftung Warentest fordert beispielsweise, auch über das Risiko aufzuklären, dass man beispielsweise von einem Zinsanstieg nicht profitiert. Bei langfristigen Anlagen von bis zu 18 Jahren sollte der Kunde über dieses Risiko in Kenntnis gesetzt werden, heißt es weiter. Und auch Informationen über die Konsequenzen eines vorzeitigen Ausstiegs aus dem Sparplan vermissen die Experten der Zeitschrift Finanztest. Eine ernstgemeinte Produktinformation, so heißt es, müsse solche Fragen klar beantworten.

Die Testsieger unter den Produktinformationsblättern

Auf Platz eins des Test-Rankings befinden sich die Produktinformationen zum ING-Diba Sparbrief und zum Plus Sparbrief der Volkswagen Bank Direct. Beide erhielten ein GUT (2,4) und führen den Test in der Kategorie Einmalanlagen an.

Knapp dahinter landete der Sparbrief der Netbank mit einem GUT (2,5). Obwohl das Produktinformationsblatt zu diesem Produkt in den Punkten logischer Aufbau und Vollständigkeit mit am besten abschnitt, gab es Abzüge bei der Textverständlichkeit.

Unter den Produktinformationsblättern zu Sparplänen schnitt nur ein Produkt GUT (2,5) ab: Die Infos zum Direkt-Sparplan der Volkswagen Bank Direct sind aus Sicht der Tester logisch aufgebaut und vollständig. Allerdings gab es auch hier Punktabzug bei der Textverständlichkeit.

Die schlechtesten Produktinformationsblätter im Test

Die Informationen zum PlusSparen (fest) der Hypovereinsbank erschienen den Testern so unverständlich, dass sie hierfür ein MANGELHAFT (4,6) vergaben. Somit landet das Infoblatt dieser Sparanlage auf dem letzten Platz unter den Einmalanlagen.

Und auch unter den Sparplänen konnten die Produktinfos der Hypovereinsbank nicht überzeugen. Für die Informationen zum KomfortSparen gab es ebenfalls nur ein MANGELHAFT (4,6). Noch schlechter waren unter den Sparplänen nur noch die Produktinformationen der Commerzbank zum Dynamischen Sparplan. Hierfür vergaben die Tester ebenfalls ein MANGELHAFT (4,9).

Den vollständigen Test Produktinformationsblätter und Zinsanlagen gibt es in der August-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest oder kostenpflichtig online unter www.test.de/thema/festgelder.

About Tim Schiller

ist freier Journalist und beschäftigt sich hauptsächlich mit Verbraucherthemen und Reisejournalismus. Er ist viel in der Welt unterwegs und schreibt regelmäßig Reiseberichte für diverse Webseiten.