Gesundheit sensitiv-zahnpasta-test-2013

Erschienen am 26. Oktober 2013 | von Tim Schiller

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Sensitiv-Zahnpasta-Test 2013: Billig-Zahncremes unter Testsiegern

Sensitiv-Zahnpasta muss nicht teuer sein. Das ergab eine aktuelle Studie der Stiftung Warentest. Zwar gehört die relativ teure Sensodyne Fluorid zu den Testsiegern im Test 2013, aber Aldi und Kaufland können mit ihren Billig-Zahncremes durchaus mithalten. Auch sie sind unter den Zahncreme-Testsiegern im Sensitiv-Zahnpasta-Test 2013 der Stiftung Warentest.

Sensitiv-Zahnpasta im Test

Schmerzempfindliche Zähne brauchen besonders sanfte Zahncremes. So heißt es in der Werbung und tatsächlich empfehlen Zahnärzte Sensitiv-Zahncremes, wenn Patienten unter besonders empfindlichen Zähnen leiden. Die Hauptursache für schmerzempfindliche Zähne sind freiliegende Zahnhälse. Vor allem Menschen ab 40 Jahren haben das Problem, dass sich das Zahnfleisch zurückzieht und die Zahnhälse frei liegen – vor allem dann, wenn zu heftig geputzt wird.

Der Zahnschmelz wird in der Nähe des Zahnfleisches nämlich immer dünner, so die Stiftung Warentest. Das sogenannte Zahnzement liegt bei freiliegenden Zahnhälsen frei und dieses ist weniger widerstandsfähig als der harte Zahnschmelz. Wer also von freiliegenden Zahnhälsen betroffen ist, sollte eine Zahnpasta mit geringem Abrieb wählen. Eine Sensitiv-Zahncreme scheint da die Lösung. Das Problem: 9 der 19 getesteten Sensitiv-Zahncremes hat keinen geringen sondern einen mittleren Abrieb. Für Menschen mit empfindlichen Zähnen sind diese Zahncremes wenig geeignet, so die Tester.

Zähne reagieren auf Süßes, Saures und Kaltes

Empfindliche Zähne reagieren auf den Kontakt mit besonders süßen, sauren oder kalten Lebensmitteln. Sensitiv-Zahncremes versprechen, bei regelmäßiger Nutzung diese Empfindlichkeit mit besonderen Wirkstoffen zu reduzieren. Wie das genau funktioniert, ist wissenschaftlich nicht endgültig geklärt. Fakt ist: In Studien wurde die Wirksamkeit dieser Wirkstoffe belegt. Hierzu zählen laut Test beispielsweise Kaliumverbindung. Diese sollen die Weiterleitung des Schmerzreizes zum Nerv verhindern. Auch Strontiumsalze, Lacalut und Aminfluorid können helfen, die offenen Kanälchen im Zahn zu schließen. Das Ergebnis: weniger schmerzempfindliche Zähne.

Allerdings: Einige der zugesetzten Stoffe wie etwa Zink-Carbonat-Hydroxylatpatit neutralisieren die Wirkung von Fluorid. Fluorid ist für die Kariesvorbeugung aber wichtig. Insofern ist dieser Zusatzstoff für empfindliche Zähne laut Stiftung Warentest problematisch. Einige Zahncremes mit diesem Zusatzstoff verzichten daher von Vorneherein auf Fluorid. Das führte im Test zu massivem Punktabzug.

Gratwanderung beim Zähneputzen

Das Hauptproblem beim Zähneputzen: Wer saubere Zähne will, kommt ganz ohne Abrieb nicht aus. Entweder wird der Zahnbelag (Plaque) nicht vollständig entfernt oder man riskiert einen gewissen Abrieb am Zahn. Die Quadratur des Kreises ist beim Zähneputzen also nicht möglich. Allerdings gibt es Möglichkeiten, die Zähne möglichst schonend zu putzen. Sensitiv-Zahncremes können dabei helfen. Bei besonders hartnäckigen Verfärbungen hilft meist nur eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt.

Die besten Zahncremes im Sensitiv-Zahnpasta-Test

Unter den drei Testsiegern im Sensitiv-Zahnpasta-Test befinden sich zwei Discounter-Zahncremes und eine recht teure Markenzahncreme. Mit GUT (1,7) schnitten die Friscodent Sensitive (Aldi Süd, ca. 55 Cent), die Dental sensitiv von K-Classic (Kaufland, ca. 55 Cent) und die Sensodyne Fluorid (ca. 2,15 Euro) ab. Alle drei Sensitiv-Zahncremes waren bei der Kariesprophylaxe und in der mikrobiologischen Qualität sehr gut. Bei der Entfernung von Verfärbungen sind Sensitiv-Zahncremes naturgemäß schwach, aber immerhin erreichten die Testsieger in diesem Punkt jeweils eine befriedigende Wirkung.

Zahncreme-Test Platz 2: Aldi Nord und Müller

Mit GUT (1,9) schnitten die Eurodont Soft & Sensitive (Aldi Nord, ca. 55 Cent) sowie die Sensident Sensitiv (Müller, ca. 55 Cent) ab. Auch bei diesen Zahncremes wurden Kariesprophylaxe und mikrobiologische Qualität als sehr gut bewertet. Die Entfernung von Verfärbungen war ähnlich wie bei den Testsiegern befriedigend. Lediglich für Deklaration und Werbeaussage gab es hier Punktabzüge.

Elmex sensitive auf Platz 3 im Zahnpasta-Test

Die ziemlich teure Elmex sensitive mit Aminfluorid (ca. 3,20 Euro) landete mit einem GUT (2,0) auf dem dritten Platz im Test. Trotz sehr guter Ergebnisse bei Kariesprophylaxe und mirkobiologischer Qualität reichte es nur für Platz 3, weil die Ergebnisse bei der Entfernung von Verfärbungen hier nur ausreichend war.

Vier Sensitive-Zahncremes mangelhaft

Ausgerechnet die teuerste Sensitive-Zahncreme im Test erhielt ein MANGELHAFT (5,0) und fiel somit durch den Test: Die Biorepair milde Zahncreme (ca. 5,- Euro) enthält kein Fluorid und bietet laut Test keine ausreichende Kariesprophylaxe. Auch die Entfernung von Verfärbungen überzeugte die Tester nicht.

Ein ähnliches Problem sehen die Tester bei der Dr. Hauschka Med sensitiv Zahncreme Sole (ca. 4,- Euro). Auch hier gibt es laut Test keinen ausreichenden Kariesschutz. Immerhin entfernt sie Verfärbungen befriedigend, dafür sind die Wirkstoffe nicht zufriedenstellend deklariert, so die Stiftung Warentest. Testurteil: MANGELHAFT (5,0)

Unter den Sensitiv-Zahncremes mit mittlerem Abrieb fielen ebenfalls zwei Produkte mit einem glatten MANGELHAFT (5,0) durch den Test: Die Elina dent Sensitive (ca. 65 Cent) sowie die Lavera Basis Sensitiv (ca. 1,99 Euro) erhielten für die Kariesprophylaxe mangelhafte Ergebnisse. Zudem stuften die Tester die Deklaration und die Werbeaussage jeweils als mangelhaft ein. Die Lavera-Zahncreme entfernte immerhin die Verfärbungen laut Test gut.

Der ganze Sensitiv-Zahnpasta-Test 2013 erscheint in der November-Ausgabe (11/2013) der Zeitschrift Test. Alternativ ist der Test gegen Gebühr online abrufbar unter www.test.de.


Über den Autor

ist freier Journalist und beschäftigt sich hauptsächlich mit Verbraucherthemen und Reisejournalismus. Er ist viel in der Welt unterwegs und schreibt regelmäßig Reiseberichte für diverse Webseiten.



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