Rechtsschutzversicherung Test

Rechtsschutzversicherungs-Test: Finanztest testet Rechtsschutz-Tarife

Im Rechtsschutzversicherungen-Test der Stiftung Warentest haben viele Rechtsschutz-Anbieter gute Bewertungen bekommen. Eine Rechtschutzversicherung kann nützlich sein, so die Zeitschrift Finanztest. Denn die Kosten für einen Rechtsanwalt können beispielsweise beim Rechtsstreit mit dem Arbeitgeber schnell auf über 1.000 Euro steigen. Aber auch schon für die Prüfung einer Nebenkostenabrechnung können beim Anwalt locker 500 Euro fällig werden. In solchen Fällen kann sich eine Rechtsschutzversicherung also durchaus lohnen. Die Stiftung Warentest hat mehr als 50 Tarife getestet. Die Bestnote SEHR GUT hat zwar kein Anbieter bekommen. Dafür gibt es aber insgesamt 25 Tarife mit dem Testurteil GUT.

Was kostet eine gute Rechtsschutzversicherung?

Laut Rechtsschutzversicherungs-Test der Zeitschrift Finanztest kostet ein gutes Rechtsschutz-Angebot im Durchschnitt 321,- Euro pro Jahr. Für diesen Preis sollte eine gute Rechtsschutzversicherung die Bereiche Privat-, Berufs-, Verkehrs- und Mietrechtschutz umfassen, so die Tester. Dabei legen die Experten der Stiftung Warentest einen Selbstbehalt von 150,- Euro zugrunde, da ansonsten die Rechtschutz-Versicherung deutlich teurer wäre.

In den getesteten Tarifen genießen Familienangehörige, also Ehefrau oder Ehemann und Kinder den gleichen Versicherungsschutz wie der Versicherungsnehmer. Ob der Versicherungsschutz der Rechtsschutzversicherung auch für Partner gilt, die im gleichen Haushalt leben, sollte man vor dem Versicherungsabschluss prüfen. Oft sei das aber der Fall, so Finanztest. Angestellte im öffentlichen Dienst bekommen eine Rechtsschutzversicherung oft günstiger.

Welche Bereiche deckt eine gute Rechtsschutzversicherung ab und welche nicht?

Wenn man Schadenersatz erstreiten will, zum Beispiel nach einem Verkehrsunfall, kann eine Rechtsschutzversicherung nützlich sein. Auch im Vertrags- und Sachenrecht springt die Rechtsschutz-Versicherung ein – zum Beispiel beim Streit mit dem Verkäufer wegen fehlerhafter Ware. Auch beim gerichtlichen Streit mit dem Finanzamt springt die Rechtsschutzversicherung ein – zumindest alle von Finanztest getesteten Tarife. Die Hälfte dieser Tarife bietet allerdings keine Hilfestellung, wenn es erst um den Einspruch gegen einen Steuerbescheid geht.

Im Arbeitsrecht kann eine Rechtsschutzversicherung vor allem dann nützlich sein, wenn es um eine Kündigung oder schlechtes Arbeitszeugnis geht. Bietet der Arbeitgeber hingegen einen Aufhebungsvertrag ohne vorherige Androhung einer Kündigung an, zahlen nur wenige Versicherer die Rechtsberatung. Oder aber sie zahlen nur bis zu einer Obergrenze von 1.000 Euro und auch dann nur, wenn man einen Partneranwalt der Versicherung nimmt. Mitglieder von Gewerkschaften oder Berufsverbänden sind übrigens oft schon durch ihre Mitgliedschaft rechtschutzversichert. Gleiches gilt für Mitglieder des Mietervereins. In solchen Fällen kann man auf den entsprechenden Versicherungsbaustein verzichten und spart Geld für den Rechtsschutz.

Auch wenn einige Rechtsschutzversicherungen ihre Tarife mit Floskeln wie „Rundum Sorglos“ schmücken, heißt das noch lange nicht, dass sämtliche Lebensbereiche durch den Rechtsschutz-Tarif abgedeckt sind. Wer sich die Mühe macht, das Kleingedruckte im Versicherungsvertrag zu lesen, stellt fest, dass es dort von Leistungsausschlüssen nur so wimmelt. So ist ein kostspieliger Rechtsstreit wie beispielsweise beim Hausbau in der Regel vom Rechtsschutz ausgeschlossen. Einen Komplettschutz, so Finanztest, gibt es also nicht.

Außerdem kann der Versicherer den Rechtsschutz ablehnen, wenn ein Streitfall von Beginn an aussichtslos erscheint. Wer beispielsweise schon nach einem Monat aus seiner Mietwohnung auszieht und vom Vermieter die Kaution zurückfordert, kann kaum damit rechnen, dass die Rechtsschutzversicherung den Anwalt bezahlt. Das gleiche gilt für Fälle, die bereits vor dem Vertragsabschluss aufgetreten sind. Wenn der Arbeitgeber bereits vor Vertragsabschluss mit Kündigung gedroht hat, wird die Rechtsschutzversicherung also kaum einspringen. Berufsrechtsschutz trete in vielen Tarifen sogar erst drei Monate nach Vertragsschluss in Kraft, so die Tester. Wird dem Versicherungsnehmer ein Verbrechen oder ein vorsätzlich begangenes Verbrechen wie Beleidigung oder Betrug vorgeworfen, zahlt die Rechtsschutzversicherung nicht.

Wie hat Finanztest die Rechtsschutzversicherungen getestet?

Im Rechtschutzversicherungen-Test hat Finanztest nur Tarife mit Selbstbeteiligung berücksichtigt. Diese beträgt in der Regel maximal 150,-. Man spart so aber jährlich gut 100,- Euro, die ein Tarif ohne Selbstbehalt mehr gekostet hätte. Bewertet wurde die Verbraucherfreundlichkeit der Vertragsbedingungen bei Rechtsschutzversicherungen. Untersucht wurden Familientarife mit einer Kombination von Privat-, Berufs- und Verkehrsrechtsschutz für Nichtselbständige. Zudem wurde der Mietrechtsschutz mit abgefragt. Außerdem haben die Testern unter anderem auch folgende Aspekte berücksichtigt: Wird der Steuerrechtsschutz oder Sozialrechtsschutz bereits beim Widerspruch gewährt? In welchem Umfang besteht Verwaltungsrechtsschutz?

Die drei besten Rechtsschutzversicherungen im Test

Gemäß den Kriterien der Zeitschrift Finanztest haben mehr als 20 Tarife die Gesamtnote GUT erhalten. Am besten schnitten im Test mit der Gesamtnote GUT (1,8) folgende Tarife ab:

Der Premium-Tarif von DAS (307,- Euro) umfasst Privat-, Berufs- und Verkehrsrechtsschutz. Der Mietrechtsschutz kostet im Ergänzungstarif 51,- Euro zusätzlich pro Jahr. Für Angestellte im öffentlichen Dienst kostet der Privat-, Berufs und Verkehrsrechtsschutz nur 257,- Euro jährlich. Die Deckungssumme in Europa ist unbegrenzt.

Der Tarif Risiko Plus mit Rundum Sorglos von HDI Direkt ist vom Leistungsumfang ähnlich wie der Premium-Tarif von DAS. Lediglich die Deckungssumme in Europa ist mit 750.000 Euro niedriger angesetzt als im DAS Premium Tarif. Die jährliche Versicherungssumme beträgt 277,- Euro für Privat-, Berufs und Verkehrsrechtsschutz sowie 65,- Euro für den Mietrechtsschutz im Ergänzungstarif. Einen Rabatt für Angestellte im öffentlichen Dienst gibt es nicht.

Ebenfalls zu den Testsiegern gehört der Tarif Risiko Plus mit Rundum Sorglos von HDI-Gerling. Die Leistungen entsprechen denen der HDI Direkt. Allerdings sind die jährlichen Kosten höher: 326,- Euro für Privat-, Berufs und Verkehrsrechtsschutz und 77,- Euro für den Mietrechtsschutz im Ergänzungstarif. Dafür erhalten Angestellte des öffentlichen Dienstes den Rechtsschutz billiger: 258,- Euro für Privat-, Berufs und Verkehrsrechtsschutz und 61,- Euro für den Mietrechtsschutz im Ergänzungstarif.

Der gesamte Rechtsschutzversicherungstest ist in der Zeitschrift Finanztest (01/2012) nachzulesen oder gegen Gebühr online auf www.test.de.

About Tim Schiller

ist freier Journalist und beschäftigt sich hauptsächlich mit Verbraucherthemen und Reisejournalismus. Er ist viel in der Welt unterwegs und schreibt regelmäßig Reiseberichte für diverse Webseiten.