Ernährung

Erschienen am 3. Januar 2016 | von Tim Schiller

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Pfeffer-Test 2016: Stiftung Warentest testet schwarzen Pfeffer und Pfeffermühlen

Die Stiftung Warentest hat in ihrem aktuellen Test-Heft 01/2016 schwarzen Pfeffer getestet. Im Test waren 14 Sorten Pfefferkörner, darunter fünf Bio-Pfeffer, sowie gemahlener Pfeffer von sechs verschiedenen Anbietern. Zu den wichtigsten Test-Kriterien zählten Aroma, Geschmack und Schadstoffe. Von den insgesamt 20 getesteten Pfeffern schnitten sieben Pfeffer-Sorten im Test GUT ab, fünf Pfeffer fielen im Test wegen sehr hoher Schadstoffebelastung mit einem MANGELHAFT durch. Geschmacklich bekamen ganze Pfefferkörner im Test generell bessere Bewertungen als gemahlener Pfeffer.

Bio-Pfefferkörner geschmacklich am besten

Bei der sensorischen Qualität, also Aussehen, Geschmack und Aroma, erhielten ausschließlich Pfeffer-Körner aus biologischen Anbau die beste Teilnote SEHR GUT. Allerdings gibt es bei den getesteten Bio-Pfeffern auch Sorten, die Schadstoffe enthalten. Hierzu zählen die Tester beispielsweise gesättigte Mineralöle (MOSH), welche zum Beispiel im Produkt Schwarzer Pfeffer Bio von Alnatura nachgewiesen worden seien. Deutlich kritischer stufen die Experten der Stiftung Warentest aromatische Mineralöle (MOAH) ein, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Zumindest bei den Bio-Pfeffersorten konnten letztere nicht nachgewiesen werden.

Besonders hoch waren die MOSH- und MOAH-Werte laut Test in den Pfefferkörnern Malabar-Pfeffer schwarz von Lafer. Lecker. Leben. Dieser Pfeffer wirbt auf der Verpackung mit dem Gesicht des bekannten Fernsehkochs Johann Lafer. Laut Test enthielt das Produkt die höchsten Mineralölgehalte, die von der Stiftung Warentest jemals in einem Lebensmittel gemessen wurden.

Gemahlener Pfeffer oft belastet

Unter den gemahlenen Pfeffersorten im Test kamen immerhin zwei Anbieter auf ein sensorisches GUT. Hierbei handelt es sich um Produkte der Markenanbieter Ostmann und Fuchs. Die gemahlenen Discounterpfeffer von Aldi Nord/Portland und Aldi Süd/Le Gusto sowie Lidl/Kania und HES wurden im Test als geschmacklich nicht überzeugend eingestuft. In Sachen Schadstoffe gab es keinen gemahlenen Pfeffer, der im Test die Teilnote GUT erreichte. Besonders hohe MOSH-Werte fanden die Tester in den Pfeffern von Fuchs, Aldi Nord/Portland, Lidl/Kania und HES. Bei den gemahlenen Pfeffern von Aldi Nord/Portland, Lidl/Kania und HES wurden außerdem MOAH-Spuren festgestellt.

Als nicht verkehrsfähig bezeichnet die Stiftung Warentest die getesteten gemahlenen Pfeffersorten von Aldi Süd/Le Gusto und HES. Im Test wurde Ethylenoxid nachgewiesen, das als krebserregend gilt. Das giftige Gas Ethylenoxid wurde in der Vergangenheit dazu verwendet, Bakterien, Pilze und Viren in hitzeempfindlichen Lebensmitteln abzutöten. In Deutschland darf es seit 1981 nicht mehr im Lebensmittelbereich eingesetzt werden, da hierbei die hochgiftige Verbindung 2-Chlorethanol entstehen kann. Außerdem wurden beide Pfeffersorten laut Test zur Entkeimung bestrahlt. Das ist zwar legal, hätte auf der Verpackung aber deklariert werden müssen, so die Tester. Der gemahlene Pfeffer von Aldi Süd/Le Gusto habe zudem die zulässige Höchstmenge für ein Pestizid überschritten.

Testsieger im Pfeffertest 2016

Die besten Noten im Pfeffertest der Stiftung Warentest gab es für das Produkt Pfeffer schwarz Bio von Lebensbaum: Gesamtnote GUT (1,8), (6,- Euro/100 Gramm). Sensorisch ebenfalls sehr gut schnitt der günstige Pfeffer schwarz Bio von Lidl/Fairglobe (2,49 Euro/100 Gramm) mit der Gesamtnoten GUT (1,9) ab. Der Original Tiger Malabar Pfeffer Bio von Karstadt Perfetto/Excellent Feine Kost ist sensorisch ebenfalls sehr gut, Gesamtnote GUT (1,9), mit 10,- Euro/100 Gramm allerdings recht teuer. Der beste gemahlene Pfeffer im Test kommt von Ostmann und erhält in der Gesamtnote ein BEFRIEDIGEND (2,6), (6,25 Euro/100 Gramm).

Die besten Pfeffermühlen im Test

Da ganze Pfefferkörner gemahlen werden müssen, hat die Stiftung Warentest in ihrem aktuellen Heft auch manuelle und elektrische Pfeffermühlen getestet. Sowohl bei den manuellen als auch bei den elektrischen Pfeffermühlen kam der Testsieger jeweils aus dem Traditionshaus Peugeot.

Die manuellen Pfeffermühle Paris u Select von Peugeot (ca. 34,50 Euro) erhielt im Test jeweils ein GUT (2,0). Die Mühle überzeugte die Tester beim Würzen und schnitten in der Kategorie Haltbarkeit und Verarbeitung besonders gut ab. In Sachen Design gilt die Mühle als Klassiker.

Vorteil der handbetriebenen Pfeffer-Mühle: Sie benötigt keine Batterien und zieht somit keine Folgekosten nach sich. Außerdem punktet die handbetriebene Pfeffermühle in allen drei getesteten Mahlgraden: Der gemahlene Pfeffer überzeugte die Tester, egal ob pulvrig, zerrieben oder grob zerstückelt.

Nachteil: Wird besonders viel Pfeffer für ein pikantes Gericht benötigt, benötigt man ein bisschen Kraft und Ausdauer in den Handgelenken. Für körperlich beeinträchtigte Menschen kann daher eine elektrische Pfeffermühle die bessere Wahl sein.

Auch der Testsieger unter den elektrischen Pfeffermühlen stammt aus dem Hause Peugeot: Das Modell Elis Sense (85,- Euro) erhielt die Gesamtnote GUT (2,3). Auch hier punktet Peugeot vor allem in den Punkten Haltbarkeit und Verarbeitung. Für die Handhabung gibt es für die elektrische Pfeffermühle gute Werte, beim Würzen immerhin befriedigende Testwerte.

Allerdings benötigt die elektrisch betriebene Mühle sechs Batterien. Im Test mussten die Batterien nach dem Mahlen von 250 Gramm Pfeffer ausgewechselt werden. Bei einer täglichen Menge von 0,5 Gramm halten die Batterien bei der elektrischen Peugeot-Mühle rund 17 Monate, also knapp anderthalb Jahre.

Ebenfalls GUT (2,4) und mit ca. 35,- Euro deutlich günstiger schnitt die elektrische Pfeffer- oder Salzmühle von Fackelmann Stoha Design ab. Sie erhielt in allen drei Testkategorien gute Werte und ist unter den elektrischen Mühlen der Preis-Leistungssieger im Pfeffermühlen-Test.

Auch hier sollten die Folgekosten beachtet werden. Der Satz von sechs Batterien reichte im Test gerade einmal für das Mahlen von ca. 115 Gramm Pfeffer. Bei einer täglichen Menge von 0,5 Gramm Pfeffer sind hier bereits alle acht Monate neue Batterien nötig.

Bei derart häufigen Wechseln sollte man gegebenfalls den Einsatz von Akkus in Erwägung ziehen. Akkus sind bis zu 1.000 Mal aufladbar und somit auf Dauer wirtschaftlicher als Batterien.

Den vollständigen Pfeffer- und Pfeffermühlentest der Stiftung Warentest können Sie in der Zeitschrift TEST (01/2016) nachlesen oder unter test.de gegen Gebühr online abrufen.

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Über den Autor

ist freier Journalist und beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit Verbraucherthemen und Reisejournalismus. Er schreibt regelmäßig Fachartikel für diverse Webseiten des Verbraucherjournalismus.



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