Lichterketten im Test: TÜV warnt vor Brandgefahr und Stromschlägen

Weihnachts-Stimmung im Wohnzimmer. In der Adventszeit sind Lichterketten in fast jeder Wohnung ein Muss. Doch die wenigsten machen sich Gedanken über Qualität und Sicherheit der Leuchtdekoration. Die meisten Verbraucher achten beim Kauf eher auf die passende Länge oder Lichtfarbe. Dass Lichterketten auch sicher sind, davon gehen die meisten Kunden einfach aus. Doch diese Gutgläubigkeit kann gefährlich sein, sagt der TÜV Rheinland. Das ergibt ein aktueller Test des TÜV Rheinland. Hierbei wurden insgesamt 52 Lichterketten aus Baumärkten, Handelshäusern, Billigshops und aus dem Internet unter die Lupe genommen. Die Günstigste für gerade einmal 99 Cent, die Teuerste kostet 16 Euro.

Brandgefahr durch Überhitzung

Eine der größten Gefahren bei Lichterketten: Zu hohe Wärmeentwicklung. Das kann etwa passieren, wenn einige Lämpchen ausfallen, die anderen aber weiterbrennen. Der TÜV hat das unter Testbedingungen ausprobiert. Einige Birnen zerstört der Lichterketten werden zerstört und schon steigt die Temperatur: bei einer Kette sogar über 230 Grad Celsius. „Das ist zu viel“, sagt Ronny Grund vom TÜV Rheinland. Bei insgesamt fünf Lichterketten wurden Temperaturen von mehr als 100 Grad Celsius gemessen. Laut TÜV-Test besteht bei solchen Temperaturen Verbrennungsgefahr.

Stromstöße durch blanke Leitungen

Da an Lichterketten durchaus auch mal gezogen wird, kann das bei schlechter Verarbeitung zu blanken Drähten oder lockeren Fassungen führen. In sieben Fällen stellte der TÜV in seinem Test fest, dass Normen nicht eingehalten wurden. Und bei zwei Lichterketten sind die Leitungen beim Zugtest tatsächlich aus der Fassung rausgerissen worden. Bei den übrigen Lichterketten ist das Maß, das einzuhalten ist überschritten worden.

Strom sparen mit LED-Lichterketten

Gängige Lichterketten können echte Stromfresser sein. So wird aus der festlichen Beleuchtung schnell ein teures Vergnügen. Doch es gibt Alternativen: Ralf Diekmann vom TÜV-Rheinland empfiehlt beim Kauf einer neuen Lichterkette, die sparsame LED-Technik. Zwar sind LED-Lichterketten in der Anschaffung teurer, aber das hat man schnell wieder reingeholt, sagt Ralf Diekmann. Da eine LED-Kette ungefähr 90 Prozent effektiver sei als herkömmliche Lichterketten, könne man über Weihnachten bis zu 13 Euro Stromkosten pro Lichterkette sparen.

Fast zwei Drittel der Lichterketten mangelhaft

Sechzig Prozent der Lichterketten dürften in Deutschland eigentlich gar nicht verkauft werden, so das vernichtende Urteil der TÜV-Tester. Insbesondere die Zahl der gravierenden Mängel, bei denen Stromschlag-Gefahr besteht, liegt bei zehn Prozent. Ein solcher Stromschlag kann im schlimmsten Fall tödlich ausgehen.

Teure Lichterketten nicht unbedingt gut

Ein weiteres Resümee der Tester: Ein höherer Preis heißt nicht immer bessere Qualität. Im Test gab es sowohl gute billige, als auch schlechte teure Lichterketten. Der Rat der Experten: Beim Kauf von Lichterketten sollte man unbedingt darauf achten, dass alle Aufschriften und Warnhinweise in deutscher Sprache verfasst sind. Außerdem sollte die Lichterkette mit einem GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit) versehen sein.

Der TÜV Rheinland hat folgende Lichterketten als empfehlenswert eingestuft:

  • Lichterkette mit 10 klaren Lichtern von Galeria Kaufhof
  • Kerzenkette von Hellweg
  • Innenlichterkette 50 Lampen von toom
  • Von diesen Lichterketten ist völlig abzuraten:
  • Weihnachtsmann von Eurocity Siegburg
  • Mini-Lichterkette mit 10 Lämpchen von KIK
  • 10er Lichterkette weiß mit Schalter aus dem Internetshop VBS Hobby

About Tim Schiller

ist freier Journalist und beschäftigt sich hauptsächlich mit Verbraucherthemen und Reisejournalismus. Er ist viel in der Welt unterwegs und schreibt regelmäßig Reiseberichte für diverse Webseiten.