Ernährung

Erschienen am 4. Dezember 2014 | von Tim Schiller

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Kaffeevollautomaten-Test 2014: Espresso & Co. für Zuhause

Kaffeevollautomaten im Test: Die Gäste nach dem Abendessen mit einem perfekten Espresso oder zum Frühstück mit einem Cappuccino beeindrucken? Dank Kaffeevollautomaten geht das mittlerweile per Knopfdruck. Allerdings hat dieser Luxus seinen Preis. Wer wirklich gute Kaffeespezialitäten aus der Maschine erwartet, sollte mindestens 400,- Euro in die Hand nehmen. Und auch bei den teuren Kaffeevollautomaten sind perfekte Crema und sämiger Milchschaum nicht garantiert. Die Stiftung Warentest hat sich zehn Kaffeevollautomaten genauer angeschaut. Die Tester haben Espresso und Milchschaum bewertet und haben zusätzlich einen Profi-Barista nach seiner Einschätzung befragt. Die Ergebnisse sind teils etwas widersprüchlich, dafür umso spannender.

Kaffeevollautomaten-Test 2014: mehr als nur Espresso

Moderne Kaffeevollautomaten sind längst nicht mehr auf das Mahlen von Kaffeebohnen und das Brühen von Kaffee beschränkt. Dank Milch-Behälter und integrierter Schaumvorrichtung gibt es wahlweise Espresso, Lungo, Cappuccino und Latte Macchiato auf Knopfdruck. Doch das Zusammenspiel von kräftigem Kaffee und samtweichem Milchschaum muss ausgewogen sein, damit der Kaffeekenner auf seine Kosten kommt. Einigen Maschinen im Test gelingt das ganz gut. Andere produzieren entweder zu starken Kaffee oder zu viel Milchschaum. Wiederum andere machen den Kaffee viel zu heiß oder zu kalt. Wer sich auf die Werkseinstellungen des Kaffeevollautomaten verlässt, kann böse Überraschungen erleben. Je feiner die Einstellmöglichkeiten sind, desto eher gelingt die perfekte Kaffeespezialität nach eigenem Geschmack.

Schimmel im Kaffeevollautomaten? Warum Hygiene so wichtig ist

Die Tester der Stiftung Warentest haben die Kaffee-Maschinen auch unter hygienischen Aspekten unter die Lupe genommen. In der Regel verfügen Kaffee-Vollautomaten über automatische Spül- und Reinigungsprogramme. Doch nicht immer sind diese effektiv. Einige Maschinen wie die Severin Piccola Premium KV 8061 fordern bereits nach 80 Brühvorgängen eine Entkalkung, andere wie die WIK Cremaroma 9758 CAM 58 erst nach 1.000 Brühvorgängen. Das Milchsystem sollte täglich gereinigt werden, sonst können sich gefährliche Keime in der Kaffeemaschine verbreiten. Gleiches gilt für den Trester-Behälter, in dem das verbrauchte Espressopulver landet. Nickelallergiker sollten nach dem Entkalkungs-Programm das Gerät spülen. Denn durch die Entkalkung können sich Nickelspuren aus den Leitungen lösen, so die Tester.

Zwei Testsieger im Kaffeevollautomaten-Test 2014

Die Tester der Stiftung Warentest haben unter den getesteten Vollautomaten gleich zwei Testsieger ausgemacht:

De’Longhi Autentica Cappuccino ETAM 29.660.SB im Test

Die De’Longhi Autentica Cappuccino für ca. 900,- Euro erhielt die Gesamtnote GUT (2,3). Laut Test ist der Kaffee-Automat im Alltagsgebrauch besonders belastbar und liefert zuverlässig viele Kaffee-Spezialitäten pro Tag. Espresso und Milchschaum werden von den Testern als gut bewertet. Die Vielfalt ist groß, allerdings erscheint die Auswahl über das Display etwas umständlich. Spezielle Kaffee-Vorlieben können nur für eine Person gespeichert werden. Weitere Mankos: Der Bohnenbehälter ist recht klein und breite Tassen passen nicht gut unter die Milchdüse, heißt es im Test.

Laut Barista-Urteil ist der Cappuccino-Schaum fein, beim Latte Macchiato allerdings etwas gröber und wässrig. Der Cappuccino schmeckte dem Profi etwas zu milchig, während beim Latte Macchiato Kaffee und Milch ausgewogen waren. Sowohl Cappuccino als auch Latte erschienen dem Barista etwas heiß.

Saeco Moltio HD 8769 im Test

Ebenfalls GUT (2,3) wird die Saeco Moltio HD 8769 für ca. 650,- Euro bewertet. Der Espresso wird als gut und vergleichsweise stark im Test wahrgenommen. Lob gibt es für die Belastbarkeit und das große Bohnenfach. Bis zu vier Standardgetränke können per Taste gewählt werden. Wer aber die Voreinstellungen ändern will, sollte Geduld mitbringen: Die Tester empfanden diese Funktion als etwas kompliziert. Außerdem bemängelten die Tester die hohe Lage der Kaffeedüse. Bei kleinen Espressotassen spritzt schon mal was daneben, heißt es im Test. Außerdem unpraktisch: Die Milchdüse muss zum Saubermachen auseinandergenommen werden.

Dem Barista waren die Milchschaum-Mengen bei der Saeco-Maschine zu groß: 5cm beim Latte, grobporig und uncremig, so das Urteil des Profis. Der Cappuccino hingegen hatte eine Milchhaube so fest wie Bauschaum mit deutlicher Espresso-Dominanz. Vom Geschmack her beurteilt der Profi den Latte als ausgewogen.

Zweiter Platz im Kaffeevollautomaten-Test 2014

Bosch VeroSelection 300 TES80353DE im Test

Die Bosch VeroSelection 300 TES80353DE für ca. 970,- Euro landet mit der Gesamtnote GUT (2,4) auf dem zweiten Platz im Kaffeevollautomaten-Test der Stiftung Warentest. Die Tester empfanden die Maschine im Vergleich zu den anderen Geräten als leiser. Außerdem ist sie sehr schnell: Der Cappuccino war in ca. einer Minute fertig. Dafür hatte der Espresso in den Augen der Tester zu wenig Crema und diese erschien etwas grobporig. Praktisch: Es sind bis zu sechs Nutzerprofile einstellbar, im Büro oder in der WG ist das von Vorteil. Ein Nachteil könnte hingegen der schmale und lange Wassertank sein – er passt unter Umständen nicht unter jeden Wasserhahn. Den Milchbehälter muss man extra kaufen.

Laut Barista-Urteil waren die Milchschaum-Kronen etwas zu blasig. Der Cappuccino wurde als wässrig empfunden, beim Latte Macchiato schmeckte der Profi eine leichte Karamellnote heraus.

Vier Kaffeevollautomaten teilen sich den dritten Platz

Jura Impressa A5 One Touch im Test

Die Jura Impressa A5 One Touch für ca. 930,- Euro bekommt wie drei weitere Geräte die drittbeste Gesamtnote im Test: GUT (2,5). Tank und Bohnenbehälter sind etwas klein geraten, dafür ist die Maschine insgesamt auch recht platzsparend. Den Testern gefiel das schnelle Tempo der Jura-Maschine: Ein Espresso dauert rund 30 Sekunden und auch andere Kaffee-Spezialitäten sind zügig fertig – und das bei einfacher Bedienung. Nachteile: Bei der Kaffeestärke gibt es nur zwei Einstellungen, es kann nur ein Profil gespeichert werden. Außerdem erschien den Testern der Kaffeesatz-(Trester-)Behälter sehr klein – er muss oft geleert werden. Den Milchbehälter kauft man separat.

Vom Barista gibt es Lob für den Cappuccino: Der Milchschaum ist sehr fein und cremig, der Cappuccino insgesamt sehr ausgewogen. Beim Latte Macchiato hingegen war dem Profi die Espresso-Note zu dominant. Beide Getränke erschienen ihm nicht warm genug.

Miele CM 6100 obsw im Test

Die Miele CM 6100, obsidianschwarz (obsw) kostet ca. 910,- Euro und erhält die Gesamtnote GUT (2,5). Sie macht guten, wenn auch etwas bitteren Espresso. Beim Milchschaum wurde ein leichter Kunststoff-Geschmack festgestellt. Das Tempo bei Kaffee-Milch-Spezialitäten könnte laut Test etwas schneller sein. Außerdem schade: Das Bohnenfach hat eine zu kleine Öffnung, beim Auffüllen können Kaffeebohnen leicht daneben gehen. Der Milchbehälter ist als Sonderzubehör erhältlich.

Das Praxis-Urteil des Barista: Der Cappuccino-Schaum ist oben blasig, darunter aber sehr fein und cremig. Auch der Kaffee-Profi hat im Milchschaum einen leichten Beigeschmack von Kunststoff wahrgenommen. Insgesamt empfand er die Kaffee-Getränke als zu heiß.

Nivona CafeRomatica NICR 767 im Test

Die Nivona CafeRomatica NICR 767 für ca. 825,- Euro erhielt ebenfalls die Gesamtnote GUT (2,5). Der Espresso ist laut Test gut aber etwas wässrig. Das lässt sich aber über die Regler für Getränkemenge und Kaffeestärke gut regulieren. Ebenfalls frei regulierbar: Die Schaum- und Milchmenge. Ein Gerät für Kaffeeliebhaber, die auf Feinjustierung stehen.

Nach dem Urteil des Barista hatte der Milch-Schaum oben größere Bläschen, weiter unten war er aber extrem fein und cremig. Während der Cappuccino dem Kaffee-Profi etwas bitter erschien, empfand er den Latte Macchiato als ausgewogen.

Severin Piccola Premium KV 8061 im Test

Die vierte Maschine auf dem dritten Platz mit dem Gesamturteil GUT (2,5) ist die Severin Piccola Premium KV 8061 für ca. 405,- Euro. Sie ist zwar nur halb so teuer wie die meisten Konkurrenten, dafür gehört sie aber auch zu den langsamsten Maschinen im Test: Der Espresso brauch ca. eine Minute, ein Latte sogar fast zwei Minuten. Außerdem kann die Severin-Maschine nicht zwei Espressi gleichzeitig brühen. Weiterer Nachteil: Das Gerät möchte oft entkalkt werden, bereits nach 80 Getränken kommt die erste Aufforderung. Und das Entkalkungsprogramm dauert auch noch 45 Minuten – für die Tester zu lange.

Der Barista war vom Milchschaum der Severin-Kaffeemaschine nicht überzeugt: Wie Badeschaum mit sehr groben und vielen Blasen, so sein Urteil. Auch wenn der Schaum weiter unten etwas feiner war, erschien er nicht sehr cremig. Außerdem seien die Getränke extrem heiß.
Den gesamten Test können Sie in der Zeitschrift Test (12/1014) der Stiftung Warentest nachlesen oder gebührenpflichtig online unter test.de.


Über den Autor

ist freier Journalist und beschäftigt sich hauptsächlich mit Verbraucherthemen und Reisejournalismus. Er ist viel in der Welt unterwegs und schreibt regelmäßig Reiseberichte für diverse Webseiten.



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