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Kaffeeemaschinen Test 2013: Kaffeekapseln und Kaffeepads im Vergleich

Espresso, Lungo oder Americano aus der einfachen Kaffeemaschine? Wer richtig guten Kaffee möchte, braucht nicht unbedingt einen teuren Kaffee-Vollautomaten. Das behaupten jedenfalls die Hersteller von Kapsel-Kaffeemaschinen. Die Kaffee-Systeme heißen Nespresso, Tassimo oder Cafissimo und versprechen vollen Kaffee-Genuss mit vergleichsweise günstigen Kaffeemaschinen. Doch kann ein Kapsel-Espresso tatsächlich mit einem Espresso vom Barista mithalten? Kaffeekenner sind da skeptisch. Und wie gut ist eigentlich Kaffee aus Pad-Maschinen? Für die Stiftung Warentest sind das gleich zwei Gründe, um Kaffeemaschinen zu testen – in getrennten Kategorien, versteht sich.

Pads und Kapseln – verschiedene Systeme für unterschiedlichen Kaffee

Die Frage nach dem Typen der passenden Portions-Kaffeemaschine muss jeder für sich selbst beantworten. Trinke ich lieber Filterkaffee? Dann ist eine Pad-Maschine nach dem Senseo-Prinzip wahrscheinlich die bessere (und deutlich günstigere) Alternative. Wer allerdings einen echten Espresso aus einer Pad-Kaffeemaschine erwartet, wird enttäuscht. Der Grund: Für einen guten Espresso mit einer feinen Crema benötigt man einfach mehr Druck als eine Pad-Maschine bieten kann. Denn: Eine Pad-Kaffeemaschine bringt baubedingt kaum 2 bar Druck, was für einen Espresso bei Weitem nicht ausreicht.

Die Schaumkrone des Pad-Kaffees hat für Espresso-Kenner nichts mit einer echten Crema zu tun. Die Crema entsteht nämlich erst dann, wenn der Espresso mit hohem Druck (ab etwa 9 bar Druck) extrahiert wird. Für Espresso-Liebhaber ist daher eine Pad-Maschine indiskutabel. Portions-Kaffeemaschinen mit Kapselsystem, wie beispielsweise Nespresso bringen hingegen 15 bis 19 bar Leistung. Das reicht für einen guten Espresso. Allerdings haben die Kapseln ihren Preis: Zwischen 25 Cent und 45 Cent muss man – je nach System – für eine Espresso-Kapsel hinlegen. Kaffee-Pads sind da deutlich günstiger: Im Schnitt kosteten die eingesetzten Pads im Test rund 13 Cent.

Portions-Kaffeemaschinen im Test: Vorteile und Nachteile von Kapsel-Kaffeemaschinen

Neben dem hohen Preis haben Kaffee-Kapseln im Vergleich zu Kaffee-Pads einen Nachteil in der Ökobilanz. Während Kaffeepads in der Regel aus Zellstoff und Kaffeepulver bestehen und ökologisch leicht abbaubar sind, besteht das Gehäuse von Kaffeekapseln aus Kunststoff oder Aluminium. Aluminium-Kaffeekapseln wie etwa beim Nespresso-System werden von Umweltschützern besonders stark kritisiert, da die Gewinnung von Aluminium mit einem hohem Energieaufwand verbunden ist. Nespresso kontert mit der hohen Recycling-Quote, wenn die benutzten Kapseln im gelben Sack entsorgt werden. Dennoch bleibt der vergleichsweise hohe Energieaufwand bei der Produktion.

Seit einiger Zeit gibt es vermeintlich umweltfreundlichere Alternativen zur Aluminium-Kapseln. So bietet Senseo etwa Plastik-Kapseln an, die auch in Nespresso-Maschinen passen. Die Energiebilanz bei Plastik-Kaffee-Kapseln ist zwar günstiger als bei Aluminium, dennoch bleibt in Anbetracht der Müllproblematik auch bei Kunststoff-Kapseln ein fader Beigeschmack.

Wer ökologisch korrekten Espresso-Genuss will, für den dürften Kapselsysteme ausfallen. Denn mit der Umweltbilanz von klassischen Siebträger-Espressomaschinen können diese nicht mithalten. Der Vorteil von Kapselmaschinen liegt in ihrer leichten Bedienung: Selbst Laien gelingt der Espresso auf Anhieb. Es gibt keinen Ärger mit verschüttetem Espressopulver oder Fehldosierungen. Gerade im Büro sind Kapselmaschinen daher auf dem Vormarsch. Ein Vollautomat löst zwar das Problem mit der Dosierung, ist dafür in der Anschaffung relativ teuer und braucht deutlich mehr Platz als eine Portions-Espressomaschine.

Die besten Kapsel-Kaffeemaschinen im Test

De Longhi Nespresso Pixie EN 125 im Test

Der Klassiker unter den Kapsel-Kaffeemaschinen ist das Nespresso-System. Mit einer aufwändigen Marketingstrategie und einer großen Auswahl an Geschmacksrichtungen mauserte sich Nespresso in den vergangenen Jahren zum Bestseller unter den Kapselmaschinen. Und so wundert es kaum, dass ausgerechnet die beiden getesteten Nespresso-Maschinen auch die Testsieger laut Stiftung Warentest sind. Sowohl die De Longhi Nespresso Pixie EN125 (108,- Euro) als auch die Krups XN 720 Nespresso Citiz (149,- Euro) erhielten in ihrer Kategorie die Bestnote GUT (2,1).

Krups XN 720 Nespresso Citiz im Test

Beide Geräte lieferten im Test einen geschmacklich guten Espresso und auch beim Stromverbrauch bekamen beide Maschinen gute, im Fall der Krups-Maschine sogar sehr gute Werte. Punktabzüge gab es allerdings bei der Geräuschentwicklung. In diesem Punkt war die De Longhi laut Test nur ausreichend, die Krups immerhin befriedigend. Insgesamt reichte es aber für beide Geräte zum Testsieger.

Bosch T43 Tassimo Joy im Test

Auf Platz 2 unter den Kapsel-Kaffee-Maschinen landete die Bosch T43 Tassimo Joy mit einem GUT (2,4). Sie ist mit 99,- Euro etwas günstiger als die Nespresso-Maschinen. Auch die Tassimo-Kapseln sind mit 30 Cent pro Portion etwas billiger als die Nespresso-Kapseln (35 Cent).

Zwar schmeckte den Testern der Tassimo-Espresso nicht ganz so gut wie im Fall der Nespresso-Maschinen. Dennoch war das sensorische Urteil der Tester gut. Als sehr gut bewerteten die Tester die Geräuschentwicklung bei der Tassimo-Maschine von Bosch.

Krups Melody 3 KP220 im Test

Den dritten Platz unter den Kapsel-Maschinen belegt die Krups Melody 3 KP220 mit dem Nescafé-Dolce-Gusto-System. Auch wenn der Espresso laut Test geschmacklich nur befriedigend ist, bekam die Dolce-Gusto-Maschine bei den restlichen Kriterien passable Werte, was zu dem Gesamturteil GUT (2,5) führte.

Immerhin: Keine der getesteten Kapselmaschinen fiel im Test durch. Selbst die schwächsten Bewertungen waren immer noch BEFRIEDIGEND (2,7). Den vierten Platz teilen sich daher die AEG Favola Cappuccino LM5400, die Francis-Francis for Illy Y1.1 Touch, die Starbucks Verismo TM System-580 sowie die Tchibo Cafissimo Compact.

Die besten Pad-Kaffeemaschinen im Test

Philips Senseo HD 7863 im Test

Auch unter den Pad-Maschinen hat der Marktführer im Test die Nase vorn. Testsieger ist die Philips Senseo HD 7863 (96,- Euro) mit einem GUT (2,3). Der Geschmack des Senseo-Kaffees wird im Test als gut beurteilt, ähnlich gute Werte gibt es für das Brühen, den täglichen Gebrauch, den Stromverbrauch sowie die Sicherheit. In Sachen Geräuschentwicklung bekommt der Testsieger sogar sehr gute Werte.

Philips Senseo HD 7825 im Test

Auch auf dem zweiten Platz unter den Pad-Kaffee-Maschinen landet ein Senseo-Modell: Die Philips Senseo HD 7825 (76,- Euro) erhält ein GUT (2,4). Im Vergleich zur Testsiegerin gab es Punktabzüge beim Stromverbrauch und bei der Sicherheit. Auch die Geräuschbewertung war etwas schwächer als beim Schwestermodell, allerdings immer noch gut.

Die schlechteste Bewertung unter den Pad-Maschinen erhielt mit einem AUSREICHEND (4,0) die Inventum HK 11. Trotz des relativ hohen Preises von 141,- Euro waren die Tester von dem Gerät nicht vollends überzeugt. Vor allem beim Stromverbrauch und bei der Sicherheit gab es Punktabzüge. Die sensorische Qualität des Kaffees wird dennoch als gut bewertet.

Der vollständige Test erscheint in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift TEST (10/2013). Gebührenpflichtig ab sofort abrufbar auf der Seite der Stiftung Warentest.

About Tim Schiller

ist freier Journalist und beschäftigt sich hauptsächlich mit Verbraucherthemen und Reisejournalismus. Er ist viel in der Welt unterwegs und schreibt regelmäßig Reiseberichte für diverse Webseiten.