Funklautsprecher-Test 2014: Guter Sound für wenig Geld

Im Funklautsprecher-Test 2014 hat die Stiftung Warentest 14 Funklautsprecher unter die Lupe genommen. Das Fazit der Tester: Wer guten Sound per Funk will, braucht nicht tief in die Tasche zu greifen. Bereits Geräte ab knapp 250,- Euro haben laut Test eine gute Klangqualität. Für anspruchsvollere Ohren empfiehlt sich ein etwas größeres Budget: Rund 500,- Euro kostet der Testsieger im Funklautsprecher-Test 2014 der Stiftung Warentest – das einzige Gerät im Test mit sehr gutem Sound.

Funklautsprecher-Test 2014: Stereo-Anlage war gestern

Platten- und CD-Sammlungen werden immer häufiger durch rein digitale Musikdateien ersetzt. Musik-Flatrates wie beispielsweise von Spotify gehen noch weiter: Sie bieten eine riesige Musikauswahl zum Festpreis von knapp 10,- Euro monatlich zum Streamen an. Da lohnt sich der Kauf von CDs oder mp3-Dateien für viele Nutzer nicht mehr. Das Abspielen von mp3-Dateien oder Musik-Streams auf älteren Stereo-Anlagen ist oft nur über Krücken möglich. Daher setzen immer mehr Musikliebhaber auf kabellose Soundsysteme, die den Sound per W-Lan oder Bluetooth zum Lautsprecher bringen. Der Markt für Funklautsprecher boomt: Laut Stiftung Warentest hat sich der Absatz der Funk-Boxen zwischen 2012 und 2013 mehr als verdoppelt. Doch wie steht es um die Klangqualität von Funklautsprechern? Die Tester bescheinigen den meisten der getesteten Funklautsprecher gute Testnoten.

Funklautsprecher: W-Lan oder Bluetooth?

Wer seine Musik von der Festplatte oder direkt aus dem Netz abspielen will, sollte sich zunächst Gedanken über die Vernetzung machen. Echte Musikliebhaber rümpfen bei Musik, die per Bluetooth übertragen wird, immer noch die Nase. Der Grund: Auch wenn die Musikqualität von Bluetooth-Boxen in den letzten Jahren z.T. erheblich verbessert wurde, werden Musikdateien per Bluetooth immer noch stark komprimiert. Zwar ist der Sound nicht mehr so scheppernd und metallisch wie vor einigen Jahren, doch an den satten Klang einer Kabelübertragung reichen Bluetooth-Geräte immer noch nicht heran, sagen Experten.

W-Lan-Lautsprecher im Klang besser

Bei W-Lan-Lautsprechern sieht das schon anders aus. Im Gegensatz zur Bluetooth-Technologie wird der Sound hier unkomprimiert an die Boxen weitergeleitet. Wer beispielsweise bei Spotify die höchste Soundqualität einstellt, bekommt somit einen recht satten Ton auf die W-Lan-Lautsprecher.

Allerdings sollten die Übertragungswege bei W-Lan-Lautsprechern nicht zu lang sein. Wer vom Smartphone über den W-Lan-Router Musikdateien an den W-Lan-Lautsprecher schickt, muss je nach Entfernung mit Verzögerungen rechnen, wenn spontan das Lied gewechselt wird. Dicke Wände oder Decken können außerdem den Empfang verschlechtern, was dazu führt, dass der Ton ruckelt oder pausiert. Nicht nur bei einer Party kann das sehr nervig sein.

Die begrenzten Möglichkeiten von Funklautsprechern haben auch die Tester der Stiftung Warentest erkannt und räumen ein, dass man für den vollen Partysound doch besser auf verkabelte Systeme setzen sollte. Zum Glück ist bei den meisten Funk-Lautsprechern auch eine direkte Verkabelung möglich.

Die besten Funklautsprecher im Test (W-Lan und Bluetooth)

Testsieger Funklautsprecher-Test: Teufel Raumfeld Cube

Testsieger mit der Gesamtnote GUT (1,7) im Funklautsprecher-Test der Stiftung Warentest ist der Teufel Raumfeld Cube für ca. 500,- Euro. Für das Geld erhält man ein Set mit zwei Boxen, die eine gute Stereowirkung ermöglichen. Insgesamt wurde der Ton als sehr gut beurteilt. Allerdings sind die einzelnen Lautsprecher per Kabel untereinander verbunden. Die Kabel für die Stromverbindung und für die zweite Box wurde von den Testern als störend empfunden.

Zweiter Platz Funklautsprecher-Test: Sony SRS-X9 und Teufel iTeufel Air Blue

Gleich zwei Geräte landeten im Funklautsprechertest der Stiftung Warentest auf dem zweiten Platz.

Der Sony SRS-X9 für ca. 655,- Euro erhält die Gesamtnote GUT (1,8). Die Tester loben bei der Funk-Box die Vielfältigkeit der Anschlüsse: Bluetooth (Airplay), W-Lan, DLNA und USB sind möglich, wobei der Bluetooth-Klang laut Test in den Höhen etwas kratzig ist. Nimmt man eine zweite Box hinzu, ist kein Stereo möglich. Immerhin wird die einfache Gerätekopplung mittels NFC gelobt.

Auch der Teufel iTeufel Air Blue für ca. 500,- Euro erhält die zweitbeste Note GUT (1,8). Während der Ton als gut bewertet wird, monieren die Tester die wenigen Funktionen der Box. Der iTeufel-Lautsprecher ist nur für das Zuspiel von mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets geeignet. Mangels DLNA gibt es keinen Zugang zum Medienspeicher im heimischen Netzwerk. Die Bedienung erfolgt per App.

Dritter Platz im Funklautsprecher-Test: Sonos Play:5

Der Sonos Play:5 für ca. 380,- Euro erreicht mit der Gesamtnote GUT (1,9) den dritten Platz im Funklautsprechertest der Stiftung Warentest. Der Ton wird als gut bewertet, zudem erreicht der Lautsprecher hohe Lautstärken. Wer sich eine weitere Box zulegt, kann die Musik synchron in einem weiteren Raum hören. Die Tester loben besonders die vielen Funktionen der App. Sie unterstützt besonders viele Musikdienste und kann auch auf den Medienspeicher im Heimnetz zugreifen.

Tipp der Testnachrichten-Redaktion: Bose Soundlink Mini

Leider wurde im Funklautsprechertest der Stiftung Warentest ein Bestseller unter den kompakten und mobilen Bluetooth-Lautsprecher nicht berücksichtigt. Für knapp 200,- Euro erhält man mit dem Bose Soundlink Mini einen erstaunlich leistungsstarken Mini-Lautsprecher, der sowohl per Bluetooth als auch per AUX-Kabel mit Musik versorgt werden kann. Die Bluetooth-Verbindung von Smartphone zum Lautsprecher klappt reibungslos, so lange man das Gerät regelmäßig nur mit einem Device ansteuert. Bei wechselnden Smartphones kann das Bluetooth-Pairing zuweilen nervig lange dauern – im Zweifel hilft nur ein Reset, indem man die Mute-Taste zehn Sekunden lang drückt. Ansonsten beeindruckt das Einsteigermodell unter den Bose-Funklautsprechern mit erstaunlich sattem Klang und einer vergleichsweise langen Laufzeit von bis zu acht Stunden im Akku-Modus. Unser Tipp für Küche, Arbeitszimmer oder Wochenend-Ausflug!

Den gesamten Test können Sie in der Zeitschrift Test (11/1014) der Stiftung Warentest nachlesen oder gebührenpflichtig online unter test.de.

About Tim Schiller

ist freier Journalist und beschäftigt sich hauptsächlich mit Verbraucherthemen und Reisejournalismus. Er ist viel in der Welt unterwegs und schreibt regelmäßig Reiseberichte für diverse Webseiten.