Gesundheit fitness-studio-test-2014

Erschienen am 23. Dezember 2013 | von Tim Schiller

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Fitness-Studios im Test: Teuer ist etwas besser

Rund acht Millionen Menschen sind hierzulande Mitglieder in Fitness-Studios – das ist fast jeder zehnte! Und gerade zum Jahreswechsel werden viele wieder den guten Vorsatz fassen, mehr Sport zu treiben. Doch wie gut sind Deutschlands Fitness-Studios? Die Stiftung Warentest hat sieben überregionale Fitness-Ketten getestet. Mit einem wenig überraschenden Ergebnis: Die teuren Anbieter schneiden im Test allesamt besser ab als die Discounter-Fitness-Studios. Doch die Unterschiede fallen nicht so krass aus, wie mancher vermutet hätte: Bei den teuren Anbietern ist längst nicht alles besser als bei den billigen Konkurrenten.

Drei teure und vier günstige Fitness-Studios im Test

In ihrem Fitness-Studio-Test hat sich die Stiftung Warentest sieben Fitness-Ketten vorgeknöpft: Die vergleichsweise teuren Anbieter Injoy, Kieser Training und Fitness First sowie die Discounter-Ketten Easyfitness, McFit, Clever Fit und Easy Sports Fitness. Bei jedem Anbieter wurden jeweils fünf Studios in verschiedenen Städten unter die Lupe genommen. Insgesamt waren im Oktober und November 35 Tester in den Studios unterwegs und absolvierten dort fünf Trainingsbesuche nach einem einheitlichen Schema.

Testsieger Injoy und Kieser Training

Am besten schnitten im Test die Fitness-Ketten Injoy (Kosten pro Jahr ab 600,- Euro) und Kieser Training (ab 590,- Euro) ab. Beide erhielten ein GUT (2,4). Dabei unterscheiden sich beide Anbieter im Konzept deutlich. Während Injoy neben Muskel- und Ausdauertraining auch Kurse anbietet, konzentriert sich der Schweizer Anbieter Kieser Training auf rückenorientiertes Krafttraining. Ausdauertraining oder Kurse sucht man bei Kieser Training vergeblich. Dafür hat Kieser Training im Test die beste Betreuung – dennoch reicht es bei der Betreuungsnote nur für ein BEFRIEDIGEND (2,8).

Bei der Einführung haben wiederum die Fitness-Studios von Injoy die Nase vorn: Gesundheits-Check-Up und Einführungstraining werteten die Tester als GUT (2,0), bei Kieser war die Einführung mit einem GUT (2,1) nur geringfügig schwächer. In beiden Fitness-Studio-Ketten wurden die Trainingsbedingungen als gut bewertet.

Platz zwei für Fitness First

Geringfügig schwächer als die Testsieger schnitt der Anbieter Fitness First ab, der ein GUT (2,5) erhielt (Kosten pro Jahr ab 600,- Euro). Die Einführung wurde als GUT (2,2) bewertet, die Betreuung als befriedigend (3,2). Dafür hat Fitness First mit einem GUT (1,8) die besten Trainingsbedingungen im Test, auch die Trainingspläne waren die besten im Test.

Hervorgehoben wird die Vielfalt der Trainingsmöglichkeiten in den Fitness-Studios von Fitness First. Neben Kraft-, Ausdauertraining und Kursen wird auch das sogenannte Functional Training angeboten. Dieses Angebot richtet sich vor allem an ältere und wenig bewegliche Menschen, die dadurch mehr Bewegungssicherheit im Alltag erreichen sollen. Die Trainingsmethode kommt ursprünglich aus der Reha-Medizin und ist aktuell sehr gefragt.

Getestet wurde bei Fitness First übrigens die Standard-Kategorie Lifestyle. Darüber hinaus gibt es weitere Club-Kategorien von Fitness First. Darunter die teureren Platinum-Clubs, die beispielsweise über Schwimmbecken verfügen.

Dritter Platz für Easyfitness

Platz drei auf dem Siegertreppchen geht an die günstige Fitnesskette Easyfitness (Kosten pro Jahr ab 311,- Euro). Das Discounter-Studio erhielt von den Testern in der Gesamtnote ein BEFRIEDIGEND (3,2). Die Kette hat ihre Fitness-Studios hauptsächlich in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen und bietet neben Ausdauer- und Krafttraining meist auch Kurse an. Zudem gibt es ein 30-minütiges Zirkeltraining zur Stärkung aller Muskelgruppen. Die Getränke sind kostenlos, dafür wurden die Kursräume von den Testern teilweise als unattraktiv empfunden. Punktabzug gab es auch wegen teilweise deutlicher Mängel in den AGB.

Letzter Platz für Easy Sports Fitness

Am wenigsten überzeugte das Angebot von Easy Sports die Tester der Stiftung Warentest. Easy Sports (Kosten pro Jahr ab 396,- Euro) war mit 44 Filialen der kleinste Anbieter im Test und erhielt ein AUSREICHEND (3,7). Für die Betreuung erhielt die Kette, die hauptsächlich im Südwesten Deutschlands Studios unterhält, ein AUSREICHEND (3,9), immerhin wurden die Trainingsbedingungen als GUT (2,3) empfunden. Einige Tester fühlten sich beim Besuch des Fitness-Studios bedrängt, den Vertrag zu unterschreiben. Als negativ bewerteten die Tester auch die mangelnde medizinische Kompetenz eines Trainers: Ein Tester klagte über Kribbeln und Ausfallerscheinungen beim Training, woraufhin der Trainer ihm den leichtfertigen Rat gegeben haben soll, weiterzumachen, weil es sich um einen Muskelkater handele. Ein angemessener Rat aus Sicht der Tester wäre gewesen, dem Kunden einen Arztbesuch zu empfehlen und das Training zu beenden.

Den ganzen Fitness-Studio-Test können Sie im aktuellen Test-Heft (01/2014) der Stiftung Warentest lesen oder kostenpflichtig unter www.test.de.


Über den Autor

ist freier Journalist und beschäftigt sich hauptsächlich mit Verbraucherthemen und Reisejournalismus. Er ist viel in der Welt unterwegs und schreibt regelmäßig Reiseberichte für diverse Webseiten.



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