E-Book-Reader-Test 2014: Amazons Kindle bekommt günstige Konkurrenz

Im E-Book-Reader-Test 2014 der Stiftung Warentest ist Marktführer Amazon mit seinem Kindle Paperwhite 2 weiterhin an der Spitze. Doch die Luft für den Testsieger wird langsam dünn. Günstige Alternativen zum Platzhirsch Amazon werden immer besser, so die Tester. Mit dem Tolino Shine 2 liegt ein 100-Euro-E-Book-Reader nur knapp hinter dem Testsieger. Als wenig überzeugend empfanden die Experten der Stiftung Warentest hingegen E-Book-Reader mit Farbdisplay.

Die jüngste Generation der E-Book-Reader im Test

Eine Entwicklung, die auf dem Smartphone-Markt schon länger erkennbar ist, zeichnet sich auch bei E-Book-Readern ab. Die Pioniere unter den Geräteherstellern bekommen von günstigeren Anbietern ernsthafte und günstige Konkurrenz. Was für Apples iPhone das Samsung Galaxy ist, könnte in naher Zukunft für Amazons Kindle der E-Book-Reader Tolino Shine werden. Im aktuellen E-Book-Reader-Test der Stiftung Warentest liegen die beiden Wettbewerber mit ihren Geräten in der Bewertung jedenfalls ziemlich nah beieinander.

Jahrelang war Branchenriese Amazon die unangefochtene Nummer Eins auf dem Markt der elektronischen Bücher. Noch im Jahr 2012 fielen mehr als 40 Prozent der E-Book-Umsätze in Deutschland an Amazon. Doch seitdem sich hierzulande das Konkurrenzprodukt Tolino Fuß gefasst hat, macht die Allianz aus Hugendubel, bücher.de, buch.de, Club Bertelsmann, Page Place, Thalia und Weltbild dem bisherigen Marktführer Marktanteile streitig. Das Rennen, so die Tester, bleibe spannend.

Testsieger Amazon Kindle Paperwhite 2

Zumindest in dieser Runde hat Amazon mit seinem E-Book-Reader für sich entschieden. Das Kindle Paperwhite 2 (Preis zum Zeitpunkt des Tests ca. 129,- Euro, derzeit im Angebot für 99,- Euro) erhält im aktuellen E-Book-Reader-Test 2014 als einziges Gerät die Gesamtnote SEHR GUT (1,5). Unangefochten bleibt die Bildqualität des Kindle, für die es sogar eine Teilnote über dem glatten SEHR GUT (0,9) kassierte – eine derart gute Bewertung vergeben die Experten der Stiftung Warentest auch in der Teilbewertung sehr selten.

Doch der Kindle-E-Book-Reader konnte auch in weiteren Disziplinen punkten: Handhabung und Akku – beide SEHR GUT, Konstruktion und Vielseitigkeit – jeweils gut. Lediglich beim Bücherladen erhielt das Kindle ein BEFRIEDIGEND, was der sehr guten Gesamtnote jedoch keinen Abbruch tut.

Tolino Shine 2 auf dem zweiten Platz

tolino-shine-2Der eingangs erwähnte Hauptgegner des Testsiegers, das Tolino Shine 2 (Preis ca. 100,- Euro), erhält im E-Book-Reader-Test die Gesamtnote GUT (1,7). Bildqualität und Akku werden jeweils als sehr gut eingestuft, in allen anderen Disziplinen gibt es jeweils eine gute Bewertung. Beim Tolino sind es die Stellen hinter dem Komma, die insgesamt für einen kleinen Abstand zum Testsieger Kindle führen. Frühere Kinderkrankheiten des Tolinos, z.B. in der Synchronisation von Büchern, die auf einem anderen Portal gekauft wurden als der Reader, seien inzwischen behoben, heißt es im Test. Sogar der Lesestand eines Buches von einem Fremdanbieter merkte sich das Tolino im Test.

Zwei Kobo-E-Book-Reader teilen sich Platz Drei

Mit einem GUT (1,9) landen die getesteten E-Book-Reader von Kobo (Aura für ca. 149,- Euro und Aura HD für ca. 165,- Euro) im Test auf dem dritten Platz. In Sachen Bildqualität liegt das HD-Gerät klar vorn. In der Handhabung erhält das Aura ohne HD-Bildschirm die besseren Werte. Ansonsten unterscheiden sich die Teilnoten beider Geräte im Test nur geringfügig.

Schlusslicht im Test: Trekstor Pyrus 2 Led

Das billigste Gerät im Test, das Trekstor Pyrus 2 LED (Preis ca. 80,- Euro) landet mit einem AUSREICHEND (3,6) auf dem letzten Platz des E-Book-Reader-Rankings. Während Bildqualität, Vielseitigkeit und Akku von den Testern durchaus als gut eingestuft werden, gibt es für das Bücherladen sowie für die Handhabung jeweils nur befriedigende Werte. Mit einem schwachen AUSREICHEND (4,5) für die Konstruktion schrabbt das Gerät im Test nur knapp an einer Fünf vorbei. Außerdem ist es das einzige Gerät im Test ohne Touchscreen.

E-Book-Reader mit Farbdisplay konnte im Test nicht überzeugen

Wenig begeistert zeigten sich die Tester vom einzigen Gerät mit Farbdisplay im Test. Das PocketBook Color Lux (Preis ca. 239,- Euro) zeige die Farben nur flau, heißt es im Test. Zudem sei das Schriftbild unscharf. Das Gesamturteil daher ernüchternd: BEFRIEDIGEND (2,7). Der deutlich höhere Preis – im Vergleich zum Kindle ist das Pocketbook Color Lux ca. 110,- Euro teurer – lohne sich laut Stiftung Warentest nicht. Wer gerne bunte Comics oder reich illustrierte Magazine liest, sei mit einem Tablet besser beraten, so die Tester.

Den kompletten E-Book-Reader-Test 2014 lesen Sie im Februar-Heft der Stiftung Warentest (02/2014) oder gegen Gebühr online auf www.test.de.

Bildquelle: amazon

About Tim Schiller

ist freier Journalist und beschäftigt sich hauptsächlich mit Verbraucherthemen und Reisejournalismus. Er ist viel in der Welt unterwegs und schreibt regelmäßig Reiseberichte für diverse Webseiten.