E-Bike-Test 2014: Stiftung Warentest gibt drei Mal „GUT“

Der letzte E-Bike-Test der Stiftung Warentest vor einem Jahr sorgte für einigen Ärger. Besonders aus den Reihen der boomenden E-Bike-Branche gab es Zweifel und Kritik an dem E-Bike-Test der Stiftung Warentest. Kritisiert wurden angebliche Fehler im Testaufbau und zu strenge Prüfungen der E-Bikes. Trotz einiger Gespräche mit Branchenvertretern hat die Stiftung Warentest die Anforderungen an den E-Bike-Test nicht geändert. Umso erfreulicher erscheint es, dass im aktuellen E-Bike-Test drei von zehn E-Bike-Modellen ein „GUT“ erhalten und keines durchfällt. Das sah im E-Bike-Test 2013 noch anders aus. Damals erhielten 9 von 16 E-Bikes ein „MANGELHAFT“.

E-Bike-Test 2014: Testergebnisse viel besser als 2013

Offenbar haben die Hersteller von E-Bikes bzw. Pedelecs aus den Testergebnissen des letzten E-Bike-Tests einige Lehren gezogen. So kann man jedenfalls die Ergebnisse des aktuellen E-Bike-Tests interpretieren. Gerade bei den Schwachstellen, die im Vorjahr von der Stiftung Warentest besonders kritisiert worden waren, scheinen die Hersteller aufgerüstet zu haben.

Beispiel Lenker: Im E-Bike-Test 2013 war bei 3 von 16 Modellen der Lenker gebrochen. Im aktuellen E-Bike-Test hingegen versagte kein einziger Lenker im Test – und das trotz gleicher Krafteinwirkung beim Belastungstest. Den Grund für diese positive Entwicklung sehen die Tester im Einbau dickerer und stabilerer Lenker bei neuen E-Bikes. Bei einigen Modellen wurden Lenker mit größerem Durchmesser verbaut, aber auch die dünneren Lenker überstanden die hohe Testbelastung beispielsweise auf schlechten Wegen. Beispiel Bremsen: Fast die Hälfte der im Vorjahr getesteten E-Bikes hatte laut Stiftung Warentest schwache Bremsen. Drei davon erhielten für ihre Bremsleistung sogar ein „MANGELHAFT“. Im E-Bike-Test 2014 zeigt sich ein anderes Bild: Alle Testräder verfügten über Hydraulikbremsen, lediglich in einem Fall reichte den Testern die Bremsleistung nicht aus.

E-Bike-Akkus mit Reichweite bis 100 Kilometer

Neben besseren Lenkern und Bremsen sind im Vergleich zum Vorjahr auch die E-Bike-Akkus besser geworden. Während 2013 die Akku-Reichweite der getesteten E-Bikes nur bei 25 bis maximal 80 Kilometern lag, haben die aktuellen Akkus im Test deutlich zugelegt: Bei gleicher Testmethodik brachten die aktuellen E-Bike-Akkus es jetzt auf Reichweiten von 60 bis maximal 100 Kilometer. Allerdings räumen die Tester ein, dass diese Werte nur unter Laborbedingungen zu erreichen sind. Fallen die Temperaturen beim Ladevorgang, beispielsweise in einer kalten Garage, dürfte das die Akku-Kapazität reduzieren. Gleiches gilt für besonders warme Temperaturen. Ideal sei das Laden bei Zimmertemperaturen, so die Stiftung Warentest. Immerhin: Der gefürchtete Memory-Effekt ist dank moderner Lithium-Ionen-Akkus kein Thema mehr: Wer unterwegs eine halbe Stunde lang nachlädt, muss keine Angst haben, dass der Akku an Leistungsfähigkeit einbüßt.

E-Bike-Test 2014: Testsieger Flyer T5 Deluxe

csm_Tserie_velo_3_467d27b0c9Wer sich für das beste E-Bike-Modell dieses Tests entscheidet, muss ca. 2.490,- Euro auf den Tisch legen. Damit liegt das Pedelec Flyer T5 Deluxe – Gesamtnote GUT (2,0) – preislich durchaus im Mittelfeld. Im Test werden die angenehme Sitzposition und das ausgewogene Fahrgefühl lobend erwähnt. Auf eine Rücktrittbremse wurde verzichtet, das E-Fahrrad verfügt also über Freilauf. Die Tester beanstandeten lediglich die etwas ungleichmäßige Motorunterstützung und ein gewöhnungsbedürftiges Schaltverhalten am Berg. Außerdem ist das Laden des Akkus direkt am Rad im Gegensatz zu anderen E-Bikes nicht möglich. Mit einem Gewicht von 28,5 Kilogramm gilt das Rad als vergleichsweise schwer.

Zweiter Platz im E-Bike-Test: Pegasus Premio E8 F

Günstiger als der Testsieger ist das Pedelec Pegasus Premio E8 F mit der Gesamtnote GUT (2,2). Mit einem Durchschnittspreis von ca. 2.300,- Euro liegt der Zweitplatzierte im unteren Bereich der getesteten E-Bikes. Auch das Pegasus-E-Bike verfügt laut Test über eine bequeme Sitzposition und angenehme Fahreigenschaften. Auch bei diesem Modell gibt es einen Freilauf ohne Rücktrittbremse. Das Fahrverhalten gilt als sehr stabil solange kein Gepäck an Bord ist. Als etwas unkomfortabel stuften die Tester den Sattel ein. Außerdem quietschten die Bremsen im Test. Dafür war das Licht sehr hell und gleichmäßig.

Dritter Platz im E-Bike-Test: Kreidler Vitality Eco 6

Das Pedelec Kreidler Vitality Eco 6 belegt mit der Gesamtnote GUT (2,3) den dritten Platz des Siegertreppchens. Die Stärken des Kreidler-E-Bikes (ca. 2.500,- Euro) machten die Tester sowohl in der Handhabung, der Sicherheit als auch in der Haltbarkeit aus. Die Ladezeit des Akkus beträgt drei Stunden – in diesem Test eine schnelle Ladezeit. Dafür werteten die Tester das Fahrverhalten als eher durchschnittlich. Der Rahmen wirkte im beladenen Zustand auf die Tester etwas instabil und der Sattel unkomfortabel. Bei Bergfahrten habe die Gangschaltung die Schaltvorgänge verzögert. Außerdem monierten die Tester den ungleichmäßigen Lichtkegel und die vergleichsweise Dunkelheit des Fahrlichts.

Der komplette E-Bike-Test 2014 der Stiftung Warentest erscheint im August-Heft der Zeitschrift TEST. Alternativ ist der Test auf der Seite test.de gegen Gebühr abrufbar.

About Tim Schiller

ist freier Journalist und beschäftigt sich hauptsächlich mit Verbraucherthemen und Reisejournalismus. Er ist viel in der Welt unterwegs und schreibt regelmäßig Reiseberichte für diverse Webseiten.