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Dispozinsen-Vergleich 2013: Finanztest untersucht Dispo-Konditionen

Die Zeitschrift Finanztest hat die Dispo-Konditionen von mehr als 1.500 Banken und Sparkassen unter die Lupe genommen. Das Ergebnis des Tests, der in der aktuellen Finanztest-Ausgabe (09/2013) erscheint: Zwar ist der durchschnittliche Dispo-Zinssatz im Vergleich zum Vorjahr von 11,76 % auf 11,31 % geringfügig gesunken, doch viele Kreditinstitute verdienen sich mit Dispo-Zinsen immer noch eine goldene Nase. Schätzungsweise 390 Millionen Euro jährlich verdienen die Banken mit Dispo-Zinsen, so die Berechnungen der Stiftung Warentest. Denn die Banken selbst leihen sich von der EZB momentan Geld für schlappe 0,5 %. Die Stiftung Warentest spricht von Dispo-Abzocke.

Dispozinsen im Vergleich: Teure Banken verheimlichen Dispo-Zinssatz

Im aktuellen Dispozinsen-Vergleich der Stiftung Warentest wurden zum Teil enorme Zins-Unterschiede festgestellt. Laut Test betrage die Zinsunterschiede für einen Überziehungskredit zwischen der billigsten und der teuersten Bank mehr als 10 Prozentpunkte. Besonders ärgerlich: Gerade die Banken mit besonders hohen Dispozinsen versuchten ihre Dispo-Konditionen vor der Stiftung Warentest zu verheimlichen. Selbst auf Anfrage von Testkunden verweigerten 26 Kreditinsititute die Auskunft zum aktuellen Dispo-Zinssatz, hierbei handelte es sich um drei Sparkassen sowie 23 Volk- und Raiffeisenbanken. Einen Preisaushang sucht man in diesen Banken ebenfalls vergeblich. Für die Tester ein klarer Verstoß gegen die Preisangabenverordnung.

13 Prozent und mehr: Die Banken mit den höchsten Dispozinsen

Für die Tester der Stiftung Warentest gelten Dispozinsen ab 13 Prozent als teuer. Von den überregionalen Banken überschreiten lediglich drei Girokonto-Modelle der Targobank diesen Zinssatz: Das Targobank Aktiv Konto (13,28 Prozent), das Targobank Extra u. Classic Konto (14,06 Prozent) sowie das Targobank Plus Komfort Konto (13,99 Prozent).

Doch es geht noch deutlich teurer, wenn man sich die Zinskonditionen der regional agierenden Sparkassen und Banken anschaut: So verlangt beispielsweise die Raiffeisenbank Ratzeburg (Schleswig-Holstein) stolze 14,00 Prozent Zinsen für den Dispokredit, die Volksbank Demmin in Mecklemburg-Vorpommern 14,17 Prozent und Raiffeisenbank Fischenich-Kendenich (NRW) sgoar 14,25 Prozent Dispozinsen. Besonders teuer ist der Dispokredit auch bei der Volksbank Haaren (NRW) mit 14,50 Prozent Dispozinsen. Spitzenreiter sind schließlich die Raiffeisenbank Taufkirchen-Oberneukirchen in Bayern sowie die Volksbank Feldatal in Hessen: Dort schlägt der Dispokredit jeweils mit sage und schreibe 14,75 Prozent Zinsen zu Buche, so Finanztest.

Banken mit den niedrigsten Dispozinsen

Dass Volksbanken und Raiffeisenbanken durchaus auch niedrige Dispozinsen anbieten können, beweist das Beispiel der VR-Bank Uckermark Randow. Beim deren Komfort Plus-Konto zahlt man für den Überziehungskredit gerade einmal 4,2 Prozent Dispozinsen. Günstig ist auch das Direkt Gold Konto der PSD Bank RheinNeckarSaar mit 5,49 Prozent Dispozins.

Unter den Direktbanken hat die Deutsche Skatbank laut Test mit 5,25 Prozent die günstigsten Dispokonditionen. Das ebenfalls kostenlose Girokonto DKB Cash der Deutschen Kreditbank gehört mit einem Dispozins von 7,9 Prozent ebenfalls zu den günstigen Direktbanken im Test. Vorteil hierbei: Mit der kostenlosen Visa-Card der DKB kann man weltweit kostenlos Bargeld abheben. Bei den Sparkassen gehört zum Beispiel das Premium-Konto der Sparkasse Mittelmosel – Eifel Mosel Hunsrück mit 6,45 Prozent zu den Angeboten mit den niedrigsten Dispozinsen.

Niedriger Dispozins ist nicht alles

Die Experten der Stiftung Warentest warnen davor, wegen niedriger Dispozinsen allein die Bank zu wechseln. Denn einige Kreditinstitute verlangen für Konten mit niedrigen Dispozinsen wiederum recht hohe Kontoführungsgebühren. Der Schritt zum Wechsel der Bank oder Sparkasse will daher gut überlegt sein. Außerdem kommt es vor, dass einige Banken im zeitlichen Umfeld des Dispo-Tests kurzzeitig ihre Dispozinsen senken, um sie bald darauf wieder zu erhöhen. Die untersuchten Zinssätze sind übrigens auf dem Stand vom 1. Juli 2013. Einen Überblick aller ermittelten Dispo-Zinssätze finden Sie unter test.de/dispo. Den kompletten Test können Sie im aktuellen Finanztest-Heft (09/2013) oder gebührenpflichtig unter www.test.de.

About Tim Schiller

ist freier Journalist und beschäftigt sich hauptsächlich mit Verbraucherthemen und Reisejournalismus. Er ist viel in der Welt unterwegs und schreibt regelmäßig Reiseberichte für diverse Webseiten.

One comment

  1. Es gehören schon einige Dinge mehr, die am Ende für eine bestimmte Bank sprechen, die Dispozinsen allein sagen auch aus meiner Sicht defintiv nichts aus. Grundsätzlich sollte man sich die Anbieter und deren Konditionen genau anschauen und vergleichen. Auf diese Weise bekommt man zum einen einen Überblick und zum anderen kann man Vor- und Nachteile gegenüberstellen, um so das für sich beste Angebote zu finden.