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Daunendecken-Test 2013: Entendaunen sind Testsieger

Der Daunendecken-Test 2013 der Stiftung Warentest macht deutlich, dass die Qualitätsunterschiede bei Daunendecken erheblich sind. Lediglich eine der getesteten Daunendecken schnitt im Test mit der Bestnote GUT ab. Der Rest war allenfalls BEFRIEDIGEND. Hinzu kommt die Problematik des Lebendrupfens von Gänsen. Diese Rupf-Methode wird von Tierschützern kritisiert, weil Gänse unter dem Lebendrupf besonders leiden. Kein Anbieter im Test konnte die tierverträgliche Herkunft der verarbeiteten Daunen nachweisen. Das ist aus Sicht der Tester problematisch.

„Kein Lebendrupf“ nur Etikettenschwindel?

Tierschützer schätzen, dass beispielsweise in Polen von 3 Millionen Gänsen eine halbe Million lebend gerupft wird. Der Verband der Deutschen Daunen- und Federnindustire (VDFI) kontert, dass schätzungsweise nur 2 Prozent aller Daunen und Federn weltweit aus Lebendrupf stammen. Diese Rupf-Methode ist aus Tierschutz-Sicht höchst problematisch, weil den Tieren das Gefieder bei lebendigem Leib und unter großen Schmerzen heraugerupft wird. Zwar behaupten viele Anbieter von Daunendecken, dass sie auf Lebendrupf verzichten, doch laut Stiftung Warentest konnte keiner der getesteten Anbieter dieses Versprechen hinreichend belegen.

Die Anbieter können nicht lückenlos nachweisen, von welchen Höfen die verwendeten Daunen stammen und ob dort wirklich auf Lebendrupf verzichtet wird, so die Stiftung Warentest. Die Tester bezeichnen die verwendeten Siegel (Traumpass „Kein Lebendrupf“) somit als wertlos. Zwar ließen zwei Anbieter die Tester in ihre Produktionsanlagen, doch sowohl der inspizierte Schlachthof in Polen (Kauffmann) als auch der ungarische Schlachthof (Waschbär) war aus Sicht der Tester in Sachen Tier- und Umweltschutz nur ausreichend. Der Anbieter Matratzen Concord verweigerte den Testern sogar einen Einblick in die Näh- und Befüllungsbetriebe. Alle anderen Anbieter gewährten den Testern immerhin diesen Einblick in ihre Daunendecken-Produktion.

EU-Verbot von Lebendrupf wird umgangen

Obwohl es in der EU verboten ist, Gänse lebendig zu rupfen, hat die Stiftung Warentest eine Gesetzeslücke ausgemacht, die sich wohl einige Rupf-Betriebe zu Nutze machen: Das traditionelle Mauserraufen ist von dem Lebendrupf-Verbot ausgeschlossen. Demnach ist es erlaubt, Wassergeflügel wie Gänse und Enten während der Mauser lose Daunen per Hand aus dem Gefieder zu streichen. Dieses Schlupfloch werde von einigen Betrieben genutzt, um zu einem bestimmten Termin im Jahr der ganzen Herde das Gefieder lebendig zu rupfen, ungeachtet dessen, in welchem Mauserstadium sich die einzelnen Gänse tatsächlich befinden. Denn die Tiere kommen nicht alle gleichzeitig in die Mauser, so Tierschützer. Somit ist die EU-Herkunft von Gänsedaunen längst kein Beleg für gesetzeskonformes Rupfen.

Tester entdecken minderwertige Daunen und Federn in vielen Daunendecken

In vielen der getesteten Daunendecken haben die Tester kleine Daunen und einen hohen Anteil an Federn ausgemacht. Das führt zu Abstrichen in der Qualitätsnote: Denn kleine Daunen und ein hoher Federnanteil führt dazu, dass die betroffenen Decken die Wärme schlechter halten als bei bauschigen Daunen. Einen möglichen Grund dafür sehen die Tester in den steigenden Preisen für Daunen.

Gänsedaunen sind teuer

Durch den Preisdruck senken einige Anbieter den Daunen-Anteil in ihren Decken. Statt 90 Prozent Daunen – wie angegeben – befinden sich nur 70 Prozent Daunen in der Decke. Der Rest sind Federn und Bruch. Und: Wer mehr als 30 Prozent Entengefieder in die Decke mischt, darf diese nicht mehr als Gänsedecke deklarieren. Doch genau das tut beispielsweise der Hersteller Häussling laut Testergebnis: In der getesteten Decke befanden sich 37 Prozent Entendaunen und -federn. Diese sind laut Test oft kleiner und haben schlechtere Wärme-Eigenschaften als Gänsedaunen. Kurioserweise wurde ausgerechnet eine reine Entendecke zum Testsieger gekürt.

Eine synthetische Alternative zu echten Daunen sehen die Tester bislang nicht. Zu groß seien die Unterschiede zwischen flauschigen Daunen, bei denen die Wärme optimal gespeichert wird und künstlichen Füllungen, bei denen mehr Wärme entweicht und die Feuchtigkeit im Bett bleibt. Wer stark schwitzt, wird an einer künstlichen Deckenfüllung wenig Freude haben, so die Meinung der Stiftung Warentest.

Testsieger Dänisches Bettenlager: Die beste Decke im Daunendecken-Test 2013

Als einzige Decke im Daunendecken-Test 2013 erhielt die Decke Dänisches Bettenlager Greenfirst die Note GUT (2,2) für ca. 249,- Euro. Obwohl das Füllvolumen als gering und die Decke insgesamt als wenig bauschig empfunden wurde, hielt sie die Wärme und transportierte die Feuchtigkeit vom Körper weg. Auch in Sachen Haltbarkeit war die Greenfirst-Decke der Testsieger. Und das, obwohl es sich hierbei nicht einmal um eine Gänsedecke handelt. Die Greenfirst enthält ausschließlich Entendaunen- und federn. Dennoch reichte es für den Testsieg.

Teuerste Daunendecke ist Schlusslicht im Test

Ausgerechnet die rund 500,- Euro teure Daunendecke Kauffmann Best of Masuren warm erhielt das schlechteste Testergebnis AUSREICHEND (4,5). Ausschlaggebend für die schlechte Bewertung waren aus Sicht der Tester die mangelhaften Wascheigenschaften. Sieben Kassetten entleerten sich im Testwaschgang komplett, außerdem lässt die Hülle Daunen und Federn durch. Trotz herovorragender Schlafeigenschaften und hohen Volumens belegt die Kauffmann-Decke im Test den letzten Platz.

Den kompletten Daunendecken-Test 2013 können Sie in der aktuellen November-Ausgabe der Zeitschrift TEST (11/2013) nachlesen oder gegen Gebühr online abrufen unter www.test.de.

About Tim Schiller

ist freier Journalist und beschäftigt sich hauptsächlich mit Verbraucherthemen und Reisejournalismus. Er ist viel in der Welt unterwegs und schreibt regelmäßig Reiseberichte für diverse Webseiten.