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Erschienen am 3. September 2012 | von Tim Schiller

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Billiger tanken mit Spritspar-App: Lohnt sich das wirklich?

Spritspar-Apps im Test: Die Benzinpreise erreichten in den Sommerferien wieder Rekordwerte und sorgten bei vielen Autofahrern an der Tankstelle für lange Gesichter. Zudem schwanken die Preise an den Tankstellen während eines Tages zum Teil erheblich. Da greifen viele Verbraucher gerne zum Smartphone und hoffen, mit einer der zahlreichen Benzinpreis-Apps ein paar Cent pro Liter zu sparen. Doch aufgepasst! Nicht immer lohnt sich ein Umweg zu einer vermeintlich billigeren Tankstelle. Und: Nicht immer zeigen die Apps den aktuellen Spritpreis an.

Autofahrer haben auch schon vor dem App-Zeitalter Umwege in Kauf genommen, um ein paar Cents beim Benzinpreis zu sparen. Gerade in Grenzregionen wie am Niederrhein, in einigen Gegenden Bayerns oder in Brandenburg wissen Autofahrer auf beiden Seiten der Grenze, wo gerade der Benzinpreis günstiger ist. Die Automobilclubs geben auf ihren Internetseiten schon seit einiger Zeit bekannt, wie in Europa die Spritpreise aktuell stehen. So beispielweise beim Automobilclub Europa (ACE) oder auch beim ADAC.

Wer aber nicht in einer Grenzregion lebt, muss zu wirksameren Helfern greifen, um sich über den günstigsten Spritpreis in der Region zu informieren. Unsere Nachbarn in Österreich haben hierfür eine staatlich geförderte Spritpreis-Datenbank (spritpreisrechner.at), doch in Deutschland ist die Forderung nach einer solchen zentralen Benzinpreis-Datenbank noch recht jung – wer weiß, ob und wann sie tatsächlich umgesetzt wird.

Benzinpreis-Datenbanken boomen

Kein Wunder, dass sich zahlreiche Betreiber von Internetportalen dem Spritpreisvergleich verschrieben haben. So etwa die Seite www.mehr-tanken.de. Hier können Autofahrer einfach per Eingabe der Postleitzahl die aktuellen Spritpreise in der Region checken – und das völlig kostenlos. Ähnlich funktionieren auch die Seiten www.clever-tanken.de sowie www.tankcheck.de. Allerdings sollte man sich nicht 100-prozentig auf die Ergebnisse verlassen. Zum Teil spucken die Datenbanken der verschiedenen Seiten sehr unterschiedliche Preise heraus – das haben zumindest Stichproben des ZDF ergeben.

Wer ein Smartphone besitzt und die billigsten Spritpreise noch bequemer suchen möchte, kann auf eine Spritspar-App zurückgreifen. Die Apps sind mittlerweile für die wichtigsten Smartphone-Betriebssysteme wie iOS (Apple), Android (Google) sowie Windows Phone (Microsoft) erhältlich. Allerdings sind viele Spritspar-Apps nicht kostenlos: zwischen 79 Cent und 1,59 muss man schon investieren, um eine zuverlässige Spritspar-App mit allen wichtigen Funktionen zu bekommen.

Idealerweise erkennt die App, wo sich der User gerade befindet und findet so die nächstgelegenen günstigen Tankstellen. Außerdem sollte man seine Spritsorte in der App speichern können, um nicht bei jeder Abfrage die Daten neu eingeben zu müssen. Die besonders beliebte App mehr-tanken gibt es im App Store von Apple gratis, für mehr Komfort muss man per in-App-Kauf allerdings nochmal für zusätzliche Features wie eine große Übersichtskarte jeweils 79 Cent investieren. Laut aktuellen Bewertungen kommt die App bei den Usern größtenteils sehr gut an.

Ebenfalls gratis, aber aktuell recht mäßig bewertet ist die kostenlose Spritspar-App tankcheck. Die User-Kommentare im App Store von Apple beklagen sich über mangelnde Aktualität der Preise und ein zu geringes Tankstellen-Angebot. Wobei wir hier beim grundsätzlichen Problem von Spritspar-Apps wären.

Spritspar-Apps leben vom Mitmachen

[sam id=“50″ codes=“true“]Die Benzinpreis-Daten aller Spritpreis-Apps kommen nicht nur von den Tankstellen-Betreibern sondern von den Usern selbst. Daher sollte man bei der Auswahl der Benzinpreis-App auf eine hohe Popularität der App achten. Denn: Nur wenn viele Autofahrer bei der Ermittlung der Benzinpreise mitmachen, können die Ergebnisse auch aktuell sein. Die Apps sind nunmal davon abhängig, ob genug Autofahrer die aktuellen Benzinpreise auch korrekt in die App eingeben.

Spritspar-Funktion im Navi

Auch die Hersteller von Navigationsgeräten haben den Bedarf an Spritspar-Infos als zusätzliche Einnahmequelle entdeckt. So kann man etwa beim Navi nüLink! von Garmin für knapp 50 Euro pro Jahr alle möglichen Tankstellendaten hinzukaufen. Auch beim Arival TMC PNC50 ist das möglich – das Navi benutzt dabei die Daten der Seite www.clever-tanken.de. Im Grunde funktionieren diese Navis nach dem Smartphoneprinzip – sie aktualisieren ihre Daten über das Mobilfunknetz. Daher sind sie zwar bequem, wer aber ohnehin ein Smartphone besitzt, der kann sich den Anschaffungspreis sowie die Jahresgebühr auch sparen. Die Ergebnisse dürften im besten Fall ähnlich zuverlässig sein wie die der Smartphone-Apps.

Lohnt sich der Umweg zur billigeren Tankstelle?

Zum Schluss noch die Frage, ob sich der Umweg für den billigeren Sprit überhaupt lohnt. Hierzu ein Rechenbeispiel: Bei 10 Litern Verbrauch auf 100 Kilometer und einem Spritpreis von 1,65 Euro kostet ein Umweg von vier Kilometern 66 Cent. Bei einem Preisunterschied von 1 Cent muss der Tank mindestens 66 Liter fassen, damit der Umweg gerade einmal gedeckt wird – die verlorene Zeit nicht mit berechnet! Experten raten daher, erst ab einem Preisunterschied von 5 Cent für den günstigeren Sprit einen solchen Umweg zu machen. Liegt die günstigere Tankstelle aber ohnehin auf dem Weg, macht sich die Spritspar-App auch bei geringeren Preisunterschieden schnell bezahlt.


Über den Autor

ist freier Journalist und beschäftigt sich hauptsächlich mit Verbraucherthemen und Reisejournalismus. Er ist viel in der Welt unterwegs und schreibt regelmäßig Reiseberichte für diverse Webseiten.



One Response to Billiger tanken mit Spritspar-App: Lohnt sich das wirklich?

  1. Andreas says:

    Guter Artikel, danke! Was die Spritspar-Apps ganz gut vertragen könnten wäre es besseres Design. Denn wenn jetzt alle dieselben Daten haben, dann ist doch Usability der ausschlaggebende Faktor, oder?

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