Reise flugzeug

Erschienen am 6. August 2014 | von Tim Schiller

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Abzocke? Flugpreisvergleichsportale in der Kritik

In einer aktuellen Stichprobe warnt die Stiftung Warentest vor einigen Flugpreisvergleichsportalen. Den Testern zufolge zielen einige Flugticket-Verkäufer darauf ab, mit Billigpreisen ganz oben auf den Ergebnisseiten der Vergleichsrechner zu landen. Anschließend gebe es zum Teil aber saftige Gebühren, beispielsweise wenn man mit einer gängigen Kreditkarte bezahlen möchte. Die Stiftung Warentest rät daher zur Vorsicht bei der Flugbuchung im Internet.

Stiftung Warentest warnt vor Fluege.de

Das Flugportal Fluege.de steht schon seit einiger Zeit im Visier von Verbraucherschützern und der Stiftung Warentest. Die Kritik: Fluege.de werbe mit Billigpreisen, die nur dann gelten, wenn der Kunde mit einer Fluege.de-Mastercard-Gold oder mit Visa Electron bezahlt. Beide Kreditkarten stuft die Stiftung Warentest als exotisch ein, weil nur wenige Kunden diese Karten benutzen würden. Alle anderen Kunden bekämen hingegen deftige Service- und Zahlungsgebühren in Rechnung gestellt, so die Stiftung Warentest. Allerdings erst nachdem die Kunden langwierig ihre persönlichen Daten eingetragen hätten, heißt es weiter.

Verbraucherschützer sind der Meinung, dass Fluege.de gegen die EU-Verordnung 1008/2008 verstoße. In Artikel 23 dieser Verordnung heißt es, dass „der zu zahlende Endpreis stets auszuweisen“ sei. Und zwar mit allen Steuern, Gebühren und Entgelten, die unvermeidbar und vorhersehbar seien. Nach Ansicht von Verbraucherschützern gehören hierzu auch Kosten für die Bezahlung mit gängigen Zahlungsmitteln. Ähnliche Kritik äußert die Stiftung Warentest an den Online-Reisebüros Bravofly, eDreams.de und Opodo. Auch diese akzeptierten gebührenfrei nur wenig gebräuchliche Zahlungsmittel. Ähnlich sei die Situation bei Expedia.de und Seat24.de, allerdings seien die Gebühren bei diesen Anbietern nicht ganz so hoch.

Stiftung Warentest lobt Flugpreisvergleichsportale Airfasttickets.de und Lastminute.de

Faire Buchungskonditionen attestiert die Stiftung Warentest hingegen den Flugpreisvergleichsportalen Airfasttickets.de sowie Lastminute.de. Wer bei Airfasttickets.de mit einer gängigen Kreditkarte wie Mastercard oder Visa bucht, zahlt keine Zusatzkosten. Bei Lastminute ist die Zahlungsart Sofortüberweisung gebührenfrei. Die Zusatzgebühren für Kreditkartenzahlung liegen zwischen 59 und 80 Cent – also durchaus im fairen Bereich. Ebenfalls als verbraucherfreundlich bezeichnet die Stiftung Warentest die Vergleichsportale Check24.de, Flug.idealo.de, Google Flights sowie Swoodoo.com. Allerdings sollte man vor allem bei Swoodoo darauf achten, die Suchergebnisse nach Bezahlverfahren und Anzahl der Gepäckstücke zu filtern. Ansonsten kann es passieren, dass der Ticketvermittler Fluege.de ganz oben an erster Stelle steht – und das bedeutet oftmals Zusatzkosten.

Direkt bei der Airline buchen

Nach Recherchen der Stiftung Warentest bekommt kann man auch günstig direkt auf den Seiten der Airlines buchen. Alle Fluggesellschaften bieten eine gängige Zahlungsmöglichkeit ohne Zusatzkosten, heißt es in der Stichprobe. Wer bei Billig-Airlines wie Ryanair bucht, sollte dennoch auf Details achten: Für den günstigsten Preis bekommt man als Passagier nicht mehr als den Flug sowie ein Handgepäckstück. Eine Sitzplatzreservierung oder das Einchecken eines Reisekoffers kostet extra – und das kann den Flugpreis deutlich steigern. Daher kann nach Ansicht der Tester ein vermeintlich teurer Flug am Ende günstiger sein als Billigflug mit Gepäckgebühren.


Über den Autor

ist freier Journalist und beschäftigt sich hauptsächlich mit Verbraucherthemen und Reisejournalismus. Er ist viel in der Welt unterwegs und schreibt regelmäßig Reiseberichte für diverse Webseiten.



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