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3D-Drucker-Test 2013: Pearl FreeSculpt gegen Ultimaker

Im 3D-Drucker-Test 2013 hat das Magazin ComputerBild.de zwei völlig unterschiedliche 3D-Drucker gegeneinander antreten lassen: Den billigen Pearl FreeSculpt für rund 800,- Euro gegen den relativ teuren Ultimaker für rund 2.000 Euro, der aber mittlerweile nur noch rund 1.700 Euro kostet. Die Testergebnisse zeigen: 3D-Druck für den Haushaltsgebrauch ist durchaus brauchbar geworden. Und nicht in allen Punkten ist der teurere 3D-Drucker das bessere Gerät. Auch der Billig-3D-Drucker hat seine Vorzüge, so die Tester von ComputerBild.

3D-Drucker für den Haushalt

Der 3D-Druck wird von vielen Experten als Revolution angesehen. Und tatsächlich scheint Karl Marx‘ Traum von einer Demokratisierung der Produktionsmittel zum Greifen nah, wenn man an die Möglichkeiten denkt, die der 3D-Druck schon jetzt bietet. Während die Herstellung von Haushaltsgeräten bislang aufwändigen Produktionsanlagen vorbehalten war, können sich findige Tüftler dank 3D-Druck jedes denkbare Objekt selbst herstellen – zumindest wenn es um Objekte aus Kunststoff geht.

Und das betrifft mittlerweile sehr viele Haushaltsgeräte. Denn inzwischen sind selbst Zahnräder in Küchengeräten aus Kunststoff gefertigt, weil diese billiger herzustellen sind. Und genau hier liegt der große Vorteil von 3D-Druck: Während man bisher ein defektes Plastik-Zahnrad in der Küchenmaschine aufwändig und teuer beim Hersteller bestellen musste, kann man sich das Ersatzteil für die Küchenmaschine nun ganz einfach selbst herstellen: und das zu einem sehr niedrigen Preis. Denn das Material für ein kleines 3D-Objekt aus Kunststoff kostet nur Centbeträge.

3D-Drucker für Einsteiger: Pearl FreeSculpt

Für nur 800,- Euro erhält man mit dem Pearl FreeSculpt einen Plug-and-Play-3D-Drucker, mit dem sogar ein Laie sofort loslegen kann, heißt es im Test. Sogar das Druckmaterial – eine Schmelzspule mit Kunststoff – ist beim ausgelieferten Gerät bereits angebracht. Und auf der mitgelieferten Speicherkarte sind schon fertige Objekte gespeichert, die man sofort ausdrucken kann.

Der 3D-Kunststoff wird beim Drucken auf mehr als 200 Grad Celsius erhitzt und in unzähligen Plastik-Schichten entsteht per Schmelzschichtung das Objekt der Wahl. Das erfordert etwas Zeit, aber wenig Materialkosten: Mit nur ein paar Cent ist ein fingergroßes Objekt druckbar. Allerdings dauert das Drucken selbst für kleine Objekte ca. 2-3 Stunden. Man sollte also etwas Geduld mitbringen.

Ein Nachteil des Billig-3D-Druckers von Pearl ist die Geruchsentwicklung während des Druckens, so die Tester. Auch die Druck-Geräusche des 3D-Druckers sind laut Test eher unangenehm. Das Ergebnis kann sich zwar sehen lassen, doch die Rillen zwischen den einzelnen Schichten sind teilweise deutlich erkennbar. Das Ablösen des Objekts von der Arbeitsplatte ist mühsam, da es laut Test bombenfest daran klebt.

Leise, geruchsarm und präziser: der 3D-Drucker Ultimaker

Der Ultimaker ist mit aktuell rund 1.700,- Euro mehr als zweimal so teuer wie der Einsteiger-3D-Drucker. Der deutlich höhere Preis scheint aber erst auf den zweiten Blick gerechtfertigt. Denn während man mit dem Pearl-Drucker sofort loslegen kann, benötigt man für den Erstgebrauch des Ultimakers etwas technisches Geschick, so der Test. Einige Bauteile müssen erst noch am Gehäuse befestigt werden, bevor man mit der Herstellung der 3D-Objekte loslegen kann. Mangels mitgelifertem Handbuch fanden die Tester erst nach einiger Recherche im Internet die Anleitung für den Ultimaker. In der Bedienung seien beide Geräte aber ähnlich einfach.

Während der 3D-Drucker von Pearl beim Drucken stinkt und recht laut ist, setzt der Ultimaker auf deutlich angenehmeren Bio-Kunststoff aus Polymilchsäure. Außerdem ist der Ultimaker beim Drucken leise, das Ablösen des fertigen Objekts von der Druckplatte ist problemlos.

Verbesserungswürdig: 3D-Druck von fremden Objekten

Sowohl für den Pearl FreeSculpt als auch für den Ultimaker gibt es – bislang nur englischsprachige – Software, um auch Objekte von anderen Designern zu drucken. Bei der Software hat laut Test das Download-Programm von Ultimaker die Nase vorn. Die Druckqualität lässt sich dreistufig einstellen, je nachdem, ob man mehr Wert auf Tempo oder Genauigkeit legt. Beim Pearl-Programm, das dem 3D-Drucker beiliegt, stellten die Tester Probleme bei der Umwandlung in ein lesbares Format fest. Hier sollte Pearl dringend nachbessern, denn für Einsteiger ohne Vorkenntnisse ist die Bedienung der Software nicht einfach, so der Test.

Ultimaker ist Testsieger – aber…

Beim Vergleich der fertigen 3D-Objekte wird der Unterschied zwischen Billig-3D-Drucker und Premium-3D-Drucker besonders deutlich: Während die einzelnen Druckschichten beim Pearl-Drucker im Test deutlich sichtbar sind, haben die Ultimaker-Objekte eine glattere Oberfläche und sind bei detailreichen Objekten einfach besser. Test-Fazit: Wer sich zum jetzigen Zeitpunkt einen 3D-Drucker zulegen möchte, muss mit einigen Kompromissen leben. Und selbst beim höherpreisigen 3D-Drucker sprechen die Tester von einer tollen „Spielerei“. Wer richtig guten 3D-Druck erwartet, sollte mit der Anschaffung noch ein bisschen warten, so der Test von ComputerBild.

Bildquelle: Herstellerseiten

About Tim Schiller

ist freier Journalist und beschäftigt sich hauptsächlich mit Verbraucherthemen und Reisejournalismus. Er ist viel in der Welt unterwegs und schreibt regelmäßig Reiseberichte für diverse Webseiten.